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    Beschäftigteninfo: Für den arbeitsfreien Sonntag!

    Handel

    Beschäftigteninfo: Für den arbeitsfreien Sonntag!

    „Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten Tag sollst du ruhen“, heißt es im Alten Testament. Und wer es mit der Bibel nicht so hat, kann in der Verfassung nachlesen: „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.“ Der Schutz des arbeitsfreien Sonntags sollte damit eigentlich gewährleistet sein, oder?

    Leider unterlaufen Unternehmen und Politik zunehmend die Sonntagsruhe und öffnen die Geschäfte immer häufiger auch am Sonntag. Dies geht zulasten der Beschäftigten, ihrer Familien und der Gesellschaft insgesamt.
    ver.di setzt sich deshalb erfolgreich für den arbeitsfreien Sonntag ein!

    Was bisher geschah
    Im Handel lässt sich gutes Geld verdienen – jedenfalls als Arbeitgeber. Mit längeren Ladenöffnungszeiten wollen die einzelnen Unternehmen untereinander Wettbewerbsvorteile erlangen. Mehr Geld verdient der Einzelhandel insgesamt damit aber nicht: Blieben die Läden an Sonntagen konsequent geschlossen, würden die Konsumenten eben alle Einkäufe unter der Woche tätigen.

    Nun schützt die Verfassung die Sonntagsruhe. Und Gerichte haben entschieden, dass Läden nur bei einem „angemessenen Anlass“ sonntags öffnen dürfen. Deshalb suchen und (er)finden Händler und Kommunen Anlässe für Sonntagsöffnungen. Inzwischen wird jedes Karussell, Firmenjubiläum oder noch so unbekannte historische Ereignis als Anlass genutzt.

    ver.di geht gegen die schleichende Abschaffung der Sonntagsruhe vor. In nahezu allen Fällen haben wir Recht bekommen und einen arbeitsfreien Tag durchgesetzt.

    Was wir fordern
    Wir fordern eine gesetzliche Begrenzung auf maximal vier Sonntagsöffnungen pro Gemeinde im Jahr. Außerdem muss bei Sonntagsöffnungen ein wirklich angemessener Anlass vorliegen – etwa ein Fest oder eine Messe mit vielen Besuchern in der Nähe der geöffneten Läden.

    Den Beschäftigten im Einzelhandel wird viel abverlangt: aufmerksamer Kundenkontakt, körperliche Belastung, flexible Arbeitszeiten, oftmals unfreiwillige Teilzeit. Dafür gibt es einen geringen Lohn und in Fällen im Alter Armutsrenten. Die Beschäftigten brauchen deshalb planbare Erholungszeiten – Sonntagsöffnungen müssen die seltene Ausnahme bleiben!

    ver.di konnte viele rechtswidrige Sonntagsöffnungen stoppen. Wenn doch sonntags gearbeitet wird, haben wir im Tarifvertrag einen Zuschlag durchgesetzt. Wir konnten die Anzahl von Sonntagsöffnungen in Bremen begrenzen und die Niedersächsische Landesregierung erwägt, künftig an allen Feiertagen und am 27. Dezember Sonntagsöffnungen zu verbieten.

    Mach’ ver.di noch stärker – mach’ mit bei ver.di!