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    Wohnen ist Menschenrecht

    Brebau

    Wohnen ist Menschenrecht

    Stellungnahme zu den Vorwürfen der diskriminierenden Wohnungsvergabe bei der Brebau
    Seitenansicht eines Hochhauses mit einem "Sackgassen-Verkehrsschild" im Vordergrund ver.di Stellungnahme zu den Vorwürfen der diskriminierenden Wohnungsvergabe bei der Brebau


    „Wohnen ist Menschenrecht […]. Deutschland muss ein soziales Einwanderungsland sein, in dem alle hier lebenden Menschen das gleiche Recht auf eine angemessene Wohnung zu bezahlbaren Mieten haben.“ (aus dem ver.di-Positionspapier Gutes Wohnen – Arbeiten – Leben. Aufbruch in eine solidarische Wohnungspolitik)

    Nach einem Bericht von Buten un Binnen wurden bei der Wohnungsbaugesellschaft Brebau offenbar systematisch Menschen bei der Wohnungssuche benachteiligt. In welchem Ausmaß ist bisher noch unklar. Die Vorwürfe sind ernst zu nehmen. Herkunft, Religion, Hautfarbe, sozialer Status und sexuelle Orientierung dürfen nicht darüber entscheiden, ob jemand eine bestimmte Wohnung bekommt oder nicht.

    Nach der medialen Berichterstattung sind Mitarbeiter*innen mindestens einer Abteilung angewiesen worden schriftliche Vermerke u.a. über Herkunft und Hautfarbe von Wohnungsbewerber*innen zu machen. Wer die Einführung dieser rassistischen Arbeitsanweisung aktiv betrieben und durchgesetzt hat, muss dafür die Konsequenzen tragen. Die Geschäftsführung will von den Vorgängen nichts gewusst haben. Dennoch muss ihre Verantwortung für jene internen Arbeitsabläufe geklärt werden, die es möglich gemacht haben, dass diese Praxis von ihr unbemerkt eingeführt werden konnte. Ebenso muss geklärt werden, welche Umstände dazu geführt haben, dass die beteiligten Mitarbeiter*innen die diskriminierenden und gesetzeswidrigen Anweisungen mitgetragen haben.

    Die Tatsache, dass die Anweisungen zur systematischen Diskriminierung erst durch die Presse bekannt wurden, werfen kein gutes Licht auf das Arbeitsklima in den betroffenen Bereichen der Brebau. Offenbar war es nicht möglich die skandalösen Vorgänge intern zu problematisieren und abzustellen. Warum genau, wird Teil des Aufklärungsprozesses sein müssen. Jene Kolleg*in oder Kolleg*innen, die den Mut gefasst haben, diese skandalösen Vorgänge nun aufzudecken, verdienen unsere besondere Anerkennung.

    Als im Betrieb verankerte Gewerkschaft fordert ver.di eine lückenlose und vorbehaltlose Aufklärung: diskriminierendes Verhalten von Einzelnen – bewusstes wie unbewusstes – muss als solches benannt werden, ohne dabei die betrieblichen, strukturellen Machtverhältnisse außer Acht zu lassen, die dieses Handeln möglich gemacht haben. Die strukturelle Dimension zu beleuchten, heißt im Umkehrschluss aber auch, nicht vorschnell und pauschalisierend ein Urteil über die gesamte Belegschaft der Brebau zu fällen. Viele Kolleg*innen haben selbst erst aus der Presse von den ungeheuerlichen Vorgängen erfahren und zeigen sich darüber entsetzt.

    Es wird gemeinsame Aufgabe sein, Vorkehrungen zu treffen, dass sich nie wieder diskriminierende Strukturen bei der Brebau etablieren können. Sei es in der Wohnungsvergabe oder in anderen Bereichen. Dies wird jedoch nur gelingen, wenn auch ein Klima geschaffen wird, in dem Diskriminierungen erkannt und angesprochen werden können. Die Geschäftsführung ist gefragt faire und transparente Richtlinien zu entwickeln, nach denen Wohnungen vergeben werden.

    Schließlich ist es das Mindeste all jene aufrichtig um Verzeihung zu bitten, die durch die menschenfeindlichen Vergabepraktiken Nachteile erfahren haben.