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    Firma Kötter versucht Mitglied der ver.di-Tarifkommission zu kündigen

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    Rabatz für gute Pflege. Bremen, 21. Juni 2017 Matthias Klump Firma Kötter versucht Mitglied der ver.di-Tarifkommission zu kündigen


    Die Tarifrunde um höhere Löhne in der allgemeinen Bewachung ist gelaufen. Zum 1. August diesen Jahres haben die Beschäftigten ihre erste tarifliche Erhöhung erhalten. Soweit so gut, könnte man meinen. Nicht jedoch für die Firma Kötter, die erneut gegen ein Mitglied der ver.di-Tarifkommission austeilt.

    Über ihre Anwälte versucht Kötter die Kündigung unseres Kollegen Lars Hegeler zu erreichen. Da der Kollege schwerbehindert ist, soll hierfür die Zustimmung über das Bremer Integrationsamt erwirkt werden. Offizielle Begründung: zu viele Krankheitstage. An den vorgelegten Zahlen sind jedoch erhebliche Zweifel angebracht. So rechnet Kötter unrechtmäßig eine mehrwöchige, durch die Behinderung bedingte, Reha in die Krankheitstage mit hinein. Obwohl diese ja eben das Ziel verfolgte, die Arbeitsfähigkeit des Kollegen zu stabilisieren. Weiterer unhaltbarer Vorwurf: Lars habe sich dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) verweigert. Eine Antwort auf die Aufforderung zum BEM will Kötter nie erhalten haben. Dies konnte bereits widerlegt werden, denn der Kollege sendete vorsorglich eine Kopie der Antwort an das Integrationsamt.

    Aus Sicht von ver.di ist die Begründung der Firma Kötter vorgeschoben, um einen aktiven Gewerkschafter loszuwerden. „Bereits während der Tarifrunde ist Kötter gegen Lars vorgegangen. Im Anschluss an einen ersten Warnstreik, von dem auch Kötter betroffen war, wurde er auf ein anderes Objekt zwangsversetzt. Als Mitglied der Tarifkommission hat man ihn dafür abgestraft, erfolgreich seine Kolleg*innen zu organisieren.“, erläutert Gewerkschaftssekretär Nils Wolpmann. „Offenbar hat man bei Kötter nicht verschmerzt, dass sich die aktiven Kolleg*innen bei Kötter nicht abschrecken ließen und erneut in Streik gegangen sind, um ihre berechtigten Forderungen durchzusetzen. Deshalb wird jetzt nachgetreten, um Lars endgültig loszuwerden.“

    Unterstützung erfährt Lars von seinem zuständigen ver.di-Fachvorstand Besondere Dienstleistungen. Dieser verurteilt das Vorgehen des Arbeitgebers gegen einen gewerkschaftlich aktiven Kollegen. „Wir sind Beschäftigte aus der Bewachung, der Wohnungswirtschaft, Callcentern, TÜV und vielen weiteren Branchen. Uns eint der gemeinsame Einsatz für gute Arbeits- und Lebensbedingungen und wir stehen solidarisch Seite an Seite. Lars hat unsere vollste Unterstützung.“

    Die Gewerkschaft ver.di fordert Kötter auf, ihre Kündigungsversuche gegen Lars sofort einzustellen und das Grundrecht auf gewerkschaftliche Betätigung endlich ohne Einschränkung anzuerkennen.