Fachbereich B: Gemeinden

    Kita-Krise

    Kitas Nds-Bremen

    Kita-Krise

    ver.di fordert regionale Ausbildungsverbünde oder eine Landesausbildungsgesellschaft
    Easyjet Crews in Warnwesten vor Gebäude in dem Tarife verhandelt werden in Berlin Dennis Dacke Kita-Krise: ver.di fordert regionale Ausbildungsverbünde oder eine Landesausbildungsgesellschaft


    Der Beruf des Erziehers/der Erzieherin ist ein wichtiger und toller Beruf, die Arbeit der Kolleg*innen ist wertvoll für die ganze Gesellschaft. Daran möchte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) insbesondere am heutigen Weltkindertag erinnern. Leider führt dieser Beruf immer häufiger dauerhaft zu einer hohen Belastung der Beschäftigten. Das liegt an den gestiegenen Anforderungen, die Kinder mit sich bringen, das liegt am Fachkräftemangel, an der fehlenden dritten Kraft und auch an den zusätzlichen Kindern, die wegen Notlagen (Flüchtlingskrise/Ukrainekrise) immer wieder in den Einrichtungen aufgenommen werden müssen. Verschärft wird die Krise in den Kitas durch den Umstand, dass mit den geburtenstarken Jahrgängen in den nächsten Jahren noch Tausende in den Ruhestand gehen werden. Erhebungen zufolge fehlen bis 2025 rund 420.000 Erzieherinnen – aktuell sind es 230.000.

    Die Politik in Niedersachsen hat seit rund 15 Jahren kein echtes Konzept vorgelegt, um dagegen etwas zu tun, weil angeblich kein Geld dafür da ist. Wir wollen keine weiteren 15 Jahre mehr warten. Das Land muss endlich eine vorausschauende Politik machen und die Gelder dafür bereitstellen. Es braucht dringend:

    • mehr Fachkräfte in den Einrichtungen
    • mehr Lehrkräfte in den Fachschulen
    • mehr Schulplätze
    • eine Ausbildungsvergütung, von der Auszubildende auch leben können
    • bessere Rahmenbedingungen in den Einrichtungen, damit nicht weiter jede vierte Erzieherin/jeder vierte Erzieher innerhalb der ersten fünf Jahre den Job wieder schmeißt.

    Wir fordern deshalb:

    • die Bildung von verpflichtenden Ausbildungsverbünden oder einer Landesausbildungsgesellschaft für Erzieherinnen und Erzieher, jeweils unter Beteiligung der Träger der Einrichtungen. Dort werden künftig die Azubis angestellt und sie erhalten von dort bekommen sie ihre Ausbildungsvergütung. Die Träger übernehmen dabei auch weiter in ihren Einrichtungen die praktische Ausbildung. Finanziert wird die Gesellschaft von allen Beteiligten. Die Fachschulen übernehmen weiterhin die theoretische Ausbildung.

    • dabei darf es keine Abstriche in der Qualifizierung geben, wir brauchen keine Schmalspurausbildung, damit ist niemandem geholfen.

    • den erleichterten Zugang für Quereinsteiger*innen (Nichtschüler-Prüfung): Wir fordern von der neuen Landesregierung transparente Zulassungskriterien und ein Prüfverfahren unter Beteiligung der ausbildenden Pädagoginnen, damit dieses Verfahren schnell und unbürokratisch weitere Zugangswege öffnet. Migrant*innen mit ausländischen Abschlüssen müssen schnell im Beruf integriert werden.

    Über diese, bereits jetzt existierenden, rechtliche Möglichkeit der sogenannten Nichtschülerprüfung können zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden, ohne eine Konkurrenz zu den bestehenden Fachschulstrukturen zu sein. Es könnte ein attraktives Modell für Personenkreise sein, die im Bereich Kindertagesstätten noch unterrepräsentiert sind, insbesondere:

    • Erzieherinnen, mit im Ausland erworbenen pädagogischen Abschlüssen
    • berufserfahrene Personen, die einen Berufswechseln anstreben
    • Studienabbrecher*innen
    • Tagespflegepersonen

    Zentral bleibt aber auch, dass die Bedingungen in den Einrichtungen so gestaltet werden, dass die Fachkräfte lange im Beruf bleiben und nicht, wie gegenwärtig, viele bereits nach wenigen Jahren wegen der Dauerüberlastung ihrem Beruf den Rücken kehren!