Gesundheit und Soziales

    ver.di fordert Erhalt von Versorgungsqualität und guten Arbeitsbedingungen

    Gesundheit Nord (GeNo)

    ver.di fordert Erhalt von Versorgungsqualität und guten Arbeitsbedingungen

    junger Mann mit Warnweste und Fahne Renate Koßmann ver.di fordert Erhalt von Versorgungsqualität und guten Arbeitsbedingungen  – Gesundheit Nord (GeNo)


    Angesichts der Diskussion über eine Sanierung der Gesundheit Nord (GeNo) erneuert ver.di die Kritik am geplanten Stellenabbau. Gleichzeitig werden Forderungen an die Geschäftsführung der GeNo, an den Aufsichtsrat und die Landespolitik gerichtet.

    „Eine Sanierung zulasten der Versorgungsqualität und Arbeitsbedingungen darf es nicht geben“, betont David Matrai vom ver.di Landesbezirk Niedersachsen-Bremen. „Ein Krankenhaus ist keine Fabrik, sondern soziale Infrastruktur mit einem Versorgungsauftrag“, betont der ver.di Vertreter.

    „So wie derzeit über Stellenstreichungen nachgedacht wird, führen sie zu Arbeitsverdichtung und schlechteren Arbeitsbedingungen“, hält Jörn Bracker, zuständiger ver.di Gewerkschaftssekretär fest. „Probezeitkündigungen, auslaufende Verträge und die Kündigung von Pflege-Leiharbeitnehmern würden zu Mehrbelastungen führen“, so Bracker weiter. „Insbesondere, wenn gleichzeitig die Anzahl der behandelten Fälle gesteigert und die Verweildauer der Patienten gesenkt werden sollen“, betont Bracker.

    ver.di verlangt von der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und der Landespolitik klare Aussagen zum Erhalt der Versorgungqualität und für gute Arbeitsbedingungen.

    Die Forderungen im Einzelnen:

    • Versorgungssicherheit erhalten
      Die Gesundheit Nord ist für die Gesundheitsversorgung in Bremen (und umzu) von herausgehobener Bedeutung. Darauf sollen sich die Menschen auch weiterhin verlassen können. Die Verantwortlichen in der Landespolitik müssen dies durch das Bereitstellen von finanziellen Mitteln für die GeNo sicherstellen. Der Teilersatzneubau am Klinikum Bremen Mitte und die dringend notwendigen Investitionen an den drei weiteren Klinikstandorten müssen vollständig vom Land Bremen finanziert werden.

    • Personalplanung statt Stellenstreichungen
      Der geplante Abbau von Arbeitsplätzen bei der GeNo ist kein wirksames Instrument, um Personalfehlplanungen der letzten Jahre zu korrigieren. Wenn freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt und befristete Verträge nicht verlängert werden, ersetzt dies keine strategische Personalplanung und bessere Dienstplangestaltung.

    • Ein Krankenhaus – eine Belegschaft
      Um eine gute Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, braucht es mehr als die direkte Pflege am Bett. Alle Berufsgruppen im Krankenhaus sind dafür unerlässlich. Um eine hohe Qualität sicherzustellen und um einen direkten Einfluss auf die zu erbringenden Leistungen ausüben zu können, sollen alle Beschäftigten direkt bei der GeNo angestellt sein. Gedankenspielen über zusätzlichen Ausgliederungen in die GND (Gesundheit Nord Dienstleistungen GmbH) oder über die Gründung weitere Tochterunternehmen muss unmittelbar eine klare Absage erteilt werden!

    • Pflegende entlasten
      Die GeNo und die politisch Verantwortlichen sollen sich für die Einführung einer gesetzlich geregelten und bedarfsorientierten Personalbemessung einsetzen; die Konzepte von ver.di, Krankenhausgesellschaft und Pflegerat hierzu liegen auf dem Tisch. Zudem dürfen bei der derzeitigen Überlastung der Pflegenden keine Stellen von Unterstützungskräften (wie Versorgungsassistent*innen und Pflegehilfskräften) abgebaut werden.

    • Dialog mit Beschäftigten und Betriebsräten
      Die Expert*innen für eine gute Gesundheitsversorgung sind die Beschäftigten selbst. Eine Weiterentwicklung der GeNo kann nur im Dialog mit ihnen und ihrer Vertretung gelingen.
      Die Betriebsräte, Frauen- und Schwerbehindertenvertretungen müssen von Anfang an einbezogen werden und ihre Expertisen müssen Berücksichtigung finden. Nur wenn die Beschäftigten und die Beschäftigtenvertretungen den Prozess der Neuordnung mitgestalten, kann er gelingen.