Gesundheit und Soziales

    Helios-Beschäftigte sagen „Danke für nichts!

    Helios Kliniken Niedersachsen

    Helios-Beschäftigte sagen „Danke für nichts!

    Tarifgespräche zu Corona-Sonderzahlung ohne Ergebnis
    Demo vor der Diakonie in Berlin: Tür auf für Tarifverträge Astrid Sauermann Helios-Beschäftigte sagen „Danke für nichts!


    Nachdem die Beschäftigten der Helios-Niedersachsen-Kliniken zuletzt mit Aktionen vor den Kliniken am 19. und 20. Mai klargestellt hatten, dass sie vom größten deutschen Klinikbetreiber eine Corona-Prämie ohne Vorbedingungen und ohne Verrechnung mit jetzt festgelegten minimalsten Lohnerhöhungen im nächsten Jahr fordern, fanden am 04.06.2021 Tarifverhandlungen zwischen Helios und der Gewerkschaft ver.di statt. Diese waren allerdings schnell beendet: Helios blieb bei seiner Haltung, eine Corona-Sonderzahlung aus eigener Tasche in Höhe von maximal 400€ nur gegen Verzicht auf Tarifverhandlungen für 2022 zahlen zu wollen und begründete dies mit dem Verweis auf den Bedarf nach „Planungssicherheit“ für 2022.

    Dies war für die ver.di-Tarifkommissionen der sieben Kliniken unannehmbar: „Eine solche Haltung ist aus unserer Sicht für den größten deutschen Klinikkonzern und Tochter von Fresenius, geradezu beschämend! Anerkennung lässt sich nicht verrechnen! Rundum bezahlen Unternehmen aus eigener Tasche ihren Beschäftigten Corona-Prämien und ausgerechnet Helios näht die Taschen zu! Rundum bezahlen andere Unternehmen aus eigener Tasche ihren Beschäftigten Corona-Prämien und ausgerechnet der Krankenhausbetreiber Helios näht die Taschen zu. Wenn man darüber im Bekanntenkreis spricht, glaubt einem das kein Mensch.“

    Hinzu kommt, so die ver.di-Verhandlungsführer Ralf Krüger und Julia Niekamp, dass der Konzern eben erst im Mai entschieden hat, die Dividenden der Aktionäre um 5% zu erhöhen: „Da spielte Planungssicherheit offenbar keine Rolle. Die Mutter des Helios-Konzerns, der Fresenius-Konzern hat für 2020 gerade erst ein Konzernergebnis von 1,8 Milliarden Euro eingefahren, was zum großen Teil den Krankenhausbeschäftigten in Deutschland zu verdanken ist. Die Klinikbeschäftigten leisten ständig gute Arbeit über eigene Belastungsgrenzen hinweg und verdienen auch jedes Jahr ordentliche Lohnzuwächse. Genau deswegen brauchen wir wieder richtige Tarifverhandlungen in 2022 und nicht jetzt Vorfestlegungen auf irgendwelche „Peanuts“, erst recht nicht, falls im kommenden Jahr erhöhte Preissteigerungen auf uns zukommen können. Was wir wollen, sind ordentliche Lohnzuwächse, dafür treten wir an.“ Es gebe angesichts eines Konzern-Ergebnisses von über 600 Mio € für die Beschäftigten keinen Grund zur Bescheidenheit.