Handel

    Tarifabschluss im Einzelhandel erzielt

    Tarifrunden Handel Nds-Bremen 2021

    Drei Prozent ab September 2021 und 1,7 Prozent ab

    Tarifabschluss im Einzelhandel erzielt
    Ohne uns kein Geschäft ver.di Ohne uns kein Geschäft  – Tarifrunden Handel 2021


    Nach vier Verhandlungsrunden konnte heute für die Beschäftigten im Einzelhandel in Niedersachsen und Bremen der entscheidende Durchbruch erzielt werden. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Handelsverband HNB einigten sich in dem seit Mai andauernden Tarifkonflikt auf einen Abschluss für die rund 330.000 Beschäftigten in Niedersachsen und rund 46.00 Beschäftigten in Bremen.

    Die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten, die bis zur Gehaltsgruppe Verkäuferin im letzten Berufsjahr (2.704 Euro in Vollzeit) eingruppiert sind, steigen rückwirkend zum 1. September 2021 um drei Prozent. Für alle Beschäftigten in höheren Entgeltgruppen gibt es einen Festbetrag in Höhe von 81,12 Euro. Ab dem 1. Mai 2022 erhalten alle Beschäftigten des Einzelhandels weitere 1,7 Prozent.

    „Es ist der Erfolg der Aktiven und Streikenden aus den Betrieben, dass wir diesen langandauernden Tarifkonflikt im Einzelhandel nun endlich beenden konnten“, sagt ver.di-Verhandlungsführerin Sabine Gatz. „Sie haben sich diesen Abschluss mit Mut und Ausdauer erkämpft und sind unbeeindruckt von Spaltungsversuchen der Arbeitgeber geblieben“, sagt Gatz weiter.

    Weitere Punkte des erzielten Abschlusses sind: Die Ausbildungsvergütungen steigen jeweils zum 1. September in diesem und im darauffolgenden Jahr um 30 Euro. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

    Besonders wichtig ist aus Sicht von ver.di der Wegfall der von der Arbeitgeberseite gewünschten Branchendifferenzierung im Tarifvertrag. „Der erkämpfte Abschluss gilt für alle Beschäftigten des Einzelhandels, unabhängig davon, wo sie arbeiten“, sagt Sabine Gatz. „Erneut konnten wir eine überproportionale Erhöhung für die unteren Entgeltgruppen erreichen. Das ist ein großer Erfolg“, sagt die Verhandlungsführerin.

    Nicht verständigen konnten sich beide Seiten auf eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung für die Tarifverträge im Einzelhandel. Um weiterer Wettbewerbsverzerrung durch anhaltende Tarifflucht, prekärer Entlohnung und einem Wettbewerb zu Lasten der Beschäftigten entgegen zu wirken, wird die Forderung nach einer Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge aber weiter von zentraler Bedeutung bleiben.