Handel

    ver.di fordert 199 Euro

    Tarifrunden Handel Nds-Bremen 2021

    ver.di fordert 199 Euro

    Wertschätzung auch beim Einkommen - Altersarmut bekämpfen
    Ohne uns kein Geschäft ver.di Ohne uns kein Geschäft  – Tarifrunden Handel 2021


    Die ver.di-Tarifkommission hat ihre Tarifforderungen für den niedersächsischem Groß- und Außenhandel beschlossen. Gefordert wird eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 199 Euro für alle Beschäftigten. Für die Auszubildenden sollen es 99 Euro sein. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 12 Monate betragen. Um die Entgelte der unteren Einkommensgruppen mehr nach vorne zu bringen, liegt der Fokus der Tarifkommission auf einer Erhöhung der monatlichen Gehälter in Form eines Eurobetrages als soziale Komponente.

    Im Gegensatz zu anderen export- und investitionsabhängigen Branchen blieb der Umsatzeinbruch im Groß- und Außenhandel im Pandemie-Jahr 2020 (Stand November 2020) aus. „Viele Kolleginnen und Kollegen meistern die Krise seit einem Jahr an vorderster Front. Das gilt auch für die Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund des Lockdowns zeitweise in Kurzarbeit waren. Auch sie haben den Laden am Laufen gehalten. Allen gemeinsam ist dieser Umstand zu verdanken und rechtfertigt deshalb diese selbstbewussten Forderungen unserer Tarifkommission“, so Sandra Schmidt, Verhandlungsführerin für den Groß- und Außenhandel Niedersachsen.

    Zudem richtet ver.di erneut die Forderung an die Arbeitgeberseite, gemeinsam die Tarifverträge des Großhandels für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. So soll gegen Lohndumping in der Branche vorgegangen werden. „Tarifflucht und ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen sind leider nach wie vor ein großes Problem für die Beschäftigten in allen Bereichen des Großhandels. Dem muss mit der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) ein Riegel vorgeschoben werden“, so Schmidt weiter. „Wer ein Leben lang hart arbeitet, muss eine Rente über dem Grundsicherungsniveau erhalten. Eine solche Rente bekommt aber nur, wer über 45 Jahre ein monatliches Entgelt von mindestens 2.100 Euro bezieht.

    Den Kolleginnen und Kollegen der Tarifkommissionen ist durchaus bewusst, dass die Umsatzentwicklung in den einzelnen Teilbranchen des Großhandels unterschiedlich verlief, mit Gewinnern und Verlierern. Für tarifgebundene Krisenunternehmen und -betriebe will ver.di deshalb durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung erreichen.

    Für die spezielle Branche des genossenschaftlichen Großhandels Niedersachsen-Bremen fordert die dortige Tarifkommission abweichend eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6 Prozent, mindestens 200 Euro, für Auszubildende monatlich 100 Euro mehr, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Hier gilt ebenfalls das Angebot, mit tarifgebundenen Krisenunternehmen differenzierte Lösungen zu erarbeiten.

    In beiden Tarifgebieten wurden die Tarifverträge über Lohn und Gehalt bereits im Februar zum 30. April 2021 gekündigt. Erste Verhandlungstermine stehen noch nicht fest.