Handel

    Dritte Verhandlungsrunde ergebnislos beendet

    Tarifrunden Handel Nds-Bremen 2021

    Dritte Verhandlungsrunde ergebnislos beendet

    Tarifrunde Einzelhandel Niedersachsen und Bremen
    Ohne uns kein Geschäft! Kampagnenlogo auf einer Warnweste beim Streik Helmut Roos Ohne uns kein Geschäft!


    Die Tarifverhandlungen zwischen dem Handelsverband HNB und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NDS-HB) sind am Donnerstag (01.07.) auch in dritter Runde ergebnislos vertagt worden. Der Druck der Streikmaßnahmen in über 50 Betrieben führte zu einem verbesserten Angebot, das aber noch weit hinter den Erwartungen und Realitäten der Beschäftigten zurückbleibt. Mit weiteren Warnstreiks ist zu rechnen.

    „Die mutigen Streiks der Beschäftigten der letzten Wochen haben Wirkung auf die Arbeitgeber gezeigt“, so Verhandlungsführerin Sabine Gatz. „Trotzdem bedeutet auch das neue Angebot eine Reallohnsenkung, da es nicht einmal die Preissteigerung ausgleicht. Es erhöht so die Gefahr der Altersarmut“, erklärt Gatz.

    Das Arbeitgeberangebot spaltet weiterhin die Beschäftigten:

    Beschäftigte in Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind, sollen nach zwei Nullmonaten zum 1. Juli 2021 eine Entgelterhöhung von 2 Prozent erhalten. Es folgt eine Erhöhung von 1,4 Prozent zum 1. Mai 2022 und eine weitere um 2 Prozent zum 1. Mai 2023. Außerdem sollen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 300 Euro zum 1. Oktober 2021 erhalten. Beschäftigte aus Unternehmen, die von den Pandemieauswirkungen betroffen waren, erhalten die Anpassungen mit großem zeitlichem Abstand 10 Monate oder sechs Monate später, die Einmalzahlung soll komplett entfallen.

    Handelskonzerne, welche eindeutige Krisengewinner sind, verstecken sich hinter Krisenbetrieben. Auch im Pandemiejahr wurden hohe Umsätze und Gewinne erwirtschaftet.  Auch Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet hatten, waren im unternehmenseigenen Online- und Versandhandel erfolgreich dank des massiven Engagements der Beschäftigten - bei gleichzeitig reduzierten Personalkosten. „Nun sollen die Beschäftigten neben den Verlusten durch Kurzarbeit auch noch bei den Gehältern draufzahlen“, so Gatz abschließend.

    Die Verhandlungen werden voraussichtlich am 27. Juli fortgesetzt.

    Die ver.di-Forderungen lauten:

    • Erhöhung der Löhne, Gehälter um 4,5% plus 45 Euro im Monat
    • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich
    • 12 Monate Laufzeit des Tarifvertrages
    • Rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde
    • Gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages
      Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe bietet ver.di an, durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zu schaffen. Zur Umsetzungsweise besteht bereits ein Tarifvertrag aus dem Jahr 2006.