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    Streik bei Ryanair

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    Streik bei Ryanair

    ver.di ruft Flugbegleiter/innen bei Ryanair in Deutschland zum Streik am 28. September auf

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die bei Ryanair in Deutschland beschäftigten Flugbegleiter/innen bundesweit zum Streik am morgigen Freitag (28. September 2018) auf. Damit beteiligt sich das deutsche Ryanair-Kabinenpersonal an den europaweiten Aktionen.

    Die Flugbegleiter/innen werden beginnend mit der Frühschicht in den ganztägigen Streik treten. Dabei ist vorgesehen, dass Beschäftigte der regionalen Stationen mit Bussen nach Frankfurt/Main bzw. Berlin-Schönefeld fahren, um gemeinsam zu streiken. Hier wird es zentrale Kundgebungen geben, am Flughafen Berlin-Schönefeld um 9:30 Uhr und am Flughafen Frankfurt/Main um 11:00 Uhr.

    Hintergrund ist, dass auch nach vier Verhandlungsrunden kein zufriedenstellendes Angebot vorliegt. Zu wenig Geld, eine lange Laufzeit über vier Jahre, die Ungleichbehandlung von Ryanair-Beschäftigten und Leiharbeitnehmer/innen sowie die Absage Ryanairs an eine Personalvertretung haben dazu geführt, dass zunächst die ver.di-Tarifkommission und jetzt auch die Beschäftigten das Angebot als nicht annehmbar abgelehnt haben.

    "Das Angebot ist völlig unzureichend, vor allem auch, wenn man sich vor Augen führt, dass viele Beschäftigte ein kaum existenzsicherndes Einkommen haben", betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. "Die größte Low-Cost Airline Europas verweigert den Beschäftigten nach wie vor ein würdiges Einkommen und eine angstfreie Unternehmenskultur."

    Behle wies zudem darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Ryanair Kabinenbeschäftigten in absolut unsicheren Beschäftigungsverhältnissen wie Leiharbeit, Probezeit, Kettenbefristungen und irischem Arbeitsstatut arbeiten würden. Daher würden sie Einschüchterungen und Disziplinarmaßnahmen, mit denen Ryanair sie unter Druck setzen würden, besonders hart treffen. Auch im Nachgang des bisherigen Arbeitskampfes habe das Management deutlich gemacht, dass sie die Rechte ihrer Beschäftigten nicht anerkennen wollen. "Dass Ryanair auch jetzt wieder Beschäftigten an der Station Bremen bei Streikteilnahme offen mit Schließung droht, ist skandalös. Wir fordern Ryanair auf, solche Drohungen umgehend zu unterlassen", so Behle.

    Bereits während des Streiks am 12. September hatte das Unternehmen mit Strafaktionen reagiert, die nicht mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen sind. Während des Streiks wurden zudem an mehrere Stationen Führungskräfte entsendet, die Streikende fotografierten und überwachten.

    Zu den zentralen Forderungen von ver.di für die rund 1.000 Kabinenbeschäftigten bei Ryanair in Deutschland gehört eine substantielle Entgeltsteigerung, die das Einkommen für alle Beschäftigten existenzsicher und planbar macht. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Basisgehaltes für alle Flugbegleiter, die Erhöhung dieses Gehaltes und die Einführung einer Mindeststundengarantie. Des Weiteren fordert ver.di eine Kompensation bei Verspätungen und die Einrichtung einer betrieblichen Interessenvertretung bei Ryanair.