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    ver.di schlägt Alarm und fordert Maßnahmen

    Soziale Arbeit

    ver.di schlägt Alarm und fordert Maßnahmen

    Mehr Zeit für die Kinder, einen besseren Personalschlüssel und eine bessere Bezahlung der Erzieher*innen fordert die Gewerkschaft ver.di für die Kindertagesstätten in Bremerhaven.

    Eine Befragung der Gewerkschaft unter Bremerhavener Kindertagesstätten hat jetzt bestätigt: Es fehlt an Fachkräften – und an Zeit, um die pädagogischen Anforderungen zu erfüllen. „Die Ergebnisse sind alarmierend; sie machen deutlich, wie hoch die Belastung für Beschäftigte, Kinder und Eltern ist“, fasst ver.di-Gewerkschaftssekretär Jörn Kroppach zusammen.

    So gaben die befragten Erzieher*innen an, dass in dem vierwöchigen Befragungszeitraum an der Mehrzahl der Tage eine Fachkraft in der Kita fehle. An einem Viertel der Tage mussten sogar geplante Angebote oder individuelle Förderung der Kinder ausfallen. Die vorgesehene Zeit für Elterngespräche, Dokumentation, Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit, Aufgaben der Kita- Leitungen etc. konnte an vielen Tagen nicht oder nicht vollständig erledigt werden.

    Kroppach: „Ohne das hohe Engagement der pädagogischen Fachkräfte und Kita-Leitungen würden viele Kindertageseinrichtungen ihr Angebot nicht aufrechterhalten können.“ Das klappe oft nur durch Überstunden, Verzicht auf Pausen und Einspringen aus der Freizeit. Die Arbeitsbelastung und die Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte seien in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, die Rahmenbedingungen hätten sich jedoch nicht verändert. Dies führe zu einem Mangel an Attraktivität für den Beruf und zu einem Mangel an Fachkräften.

    „Die Politik in Bremerhaven hat beschlossen neue Kitas zu bauen und mehr Kita-Plätze zu schaffen. Jetzt müssen zwingend auch die Arbeitsbedingungen verbessert und der Beruf attraktiver gemacht werden. Der Personalmangel darf nicht weiter auf dem Rücken der Kita-Beschäftigten, der Kinder und Eltern ausgetragen werden. Es ist dringend nötig, endlich zu handeln", fordert Kroppach.

    Kroppach: "Oft schon haben wir darauf hingewiesen, dass die Ausbildung zur Erzieherin endlich bezahlt werden muss, der Personalschlüssel in den Kitas verbessert werden muss und dass die Erzieherinnen mehr Vor- und Nachbereitungszeiten brauchen." In Bremen erhält nach einem Senatsbeschluss vom Dienstag mehr als die Hälfte der Erzieher*innen ab 1. April eine höhere Vergütung und es gibt dort bereits eine bezahlte Ausbildung.

    „Dies sind wichtige Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung. „Wir fordern, dass Bremerhaven die am Dienstag getroffenen Beschlüsse des Bremer Senates auf Bremerhaven überträgt. Der Bremerhavener Magistrat muss sofort nachziehen!“ macht Gewerkschaftssekretär Jörn Kroppach Druck.

    Um ihren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, haben sich in Bremerhaven Kita-Beschäftigte in der von ver.di in´s Leben gerufenen Bewegung „Aufsteh´n für die Kita!“ zusammengeschlossen, mit der Druck auf die Träger gemacht werden soll, um die Rahmenbedingungen in den Kitas zu verbessern.

    Gewerkschafter Kroppach kündigt an: „Wir werden in den kommenden Monaten mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen auf unsere Forderungen aufmerksam machen. Im Rahmen einer Protestaktion am 26. März werden wir um 15.30 Uhr vor der Schule am Ernst-Reuter-Platz öffentlich unsere Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen in den Kitas an Vertreter*innen des Ausschusses für Jugend, Familie und Frauen übergeben.“

    Für Montag, 1. April plant ver.di eine Diskussionsveranstaltung „Wie weiter mit den Kitas in Bremerhaven?“ für Kita-Beschäftigte, Eltern und Interessierte. Jörg Zager (SPD), Peter Skusa (CDU), Julia Stephan (Grüne), Ingo Rehmke (LINKE) und Dr. Hauke Hilz (FDP) als Kandidierende zu Bürgerschaft oder Stadtverordnetenversammlung werden sich an dem Abend Fragen zur Zukunft der Kitas und der Rahmenbedingungen stellen. Die Veranstaltung findet von 19 Uhr bis 21 Uhr statt in den Räumen der Arbeitnehmerkammer (Barkhausenstraße).

    Offensiv mit ihren Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen werden die Zentralelternvertretung der Kitas und die Gewerkschaft ver.di am 2. Mai die Stadtverordnetenversammlung konfrontieren. Während der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Wahl rufen ZEV und ver.di für 16.30 Uhr unter dem Motto „Kinder brauchen Zeit!“ zu einer Kundgebung vor dem Friedrich-Schiller-Haus in der Lloydstraße auf.