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    Selbstmordstrategie beim Weser-Kurier?

    Medien, Kunst und Industrie

    Selbstmordstrategie beim Weser-Kurier?

    Bremer Tageszeitungen AG

    Zuerst tarifvertragsfrei, betriebsratsfrei – schließlich leserfrei?

    Der Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG plant bis zum Jahresende die Vernichtung von bis zu 110 Arbeitsplätzen. Ohne Not sollen Kolleginnen und Kollegen im Wege von betriebsbedingten Kündigungen „über die Klinge springen“. Zunächst werden die Abteilungen Bildbearbeitung und Kundenservice betroffen sein – aber auch Arbeitsplätze in der Redaktion, im Verlag und im Druckbereich sind im Gespräch. Sprich, das ganze Haus wird am Ende betroffen sein.

    Diese Art des Vorgehens hat eine neue Qualität. Wir können uns nicht länger des Eindrucks erwehren, dass diese Strategie nur ein Ziel hat: Die Zerschlagung des gesamten Unternehmens! Das Produkt – die Zeitung – interessiert nicht mehr. Was zählt, ist der Profit!

    Es ist es an der Zeit, dass sich die Öffentlichkeit mit den Arbeitsbedingungen in der Verlagshäusern und Redaktionen beschäftigt. Es geht hier um die Frage, welche Zeitung wir uns für unser Gemeinwesen wünschen: kritischer, engagierter und hintergründiger Journalismus oder substanzlose,  oberflächliche Berichterstattung als Folge der Zeit- und Personalnot in den Redaktionen.

    Wir sind der festen Überzeugung, dass die Zukunft des Journalismus über die Qualität der Inhalte entschieden wird. Dazu braucht man hochqualifiziertes, motiviertes Personal, das auch anständig bezahlt wird.

    Wir lassen uns nicht spalten und kämpfen gemeinsam für den Erhalt unserer Arbeitsplätze und gegen Unternehmerwillkür!