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    Beschäftigte wehren sich

    Laborzentrum Bremen

    Beschäftigte wehren sich

    Laborzentrum Bremen verweigert Tarifverhandlungen

    Die Beschäftigten in Bremen und Bremerhaven der LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Bremen, der ISG Intermed Service GmbH & Co. KG und der Ärztlichen Arbeitsgemeinschaft Bremen Süd GbR (zusammen = Laborzentrum Bremen) fordern seit dem 11. Dezember 2018 von ihrer Geschäftsleitung, in Tarifverhandlungen mit der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einzusteigen.

    Die Geschäftsleitung verweist auf Gespräche mit dem Betriebsrat. Der Betriebsrat ist aber nicht Verhandlungspartner bei Tarifverhandlungen.

    Die Beschäftigten haben bereits in einer aktiven Pause am 14. Februar ihren Unmut über die Verweigerungshaltung der Geschäftsführung deutlich gemacht. An der Aktion hatten sich 50 der 100 betroffenen Beschäftigten beteiligt.

    Nun soll der Hauptgeschäftsführer, der am 21.03.2019 zu einem Gespräch mit dem Betriebsrat anreist, mit einer Aktion vor dem Laborzentrum begrüßt werden.

    Die Beschäftigten werden ihm ein Schreiben überreichen, in dem sie ihrer Forderung nach Tarifverhandlungen nochmal Ausdruck verleihen.

    Dazu meint eine der Beschäftigten: „Es ist 5 vor 12, wenn der Arbeitgeber jetzt nicht verhandlungsbereit ist muss er mit Streik rechnen.“

    Bislang gibt es keinerlei Tarifbindung im LADR-Laborverbund, der deutschlandweit Niederlassungen hat. Dabei fungiert die ISG Intermed Service GmbH & Co. KG als Holding deren Tochter z. B. die LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Bremen ist.

    In Bremen arbeiten die Beschäftigten zu sehr unterschiedlichen Bedingungen. Einige werden als überlassene Beschäftigte der GENO noch nach TVöD, dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, bezahlt und verdienen z. B. als Medizinisch-Technische Assistent*innen mit einer Vollzeitstelle bis zu 800€ Brutto im Monat mehr als die Medizinisch-Technischen Assistent*innen, die direkt beim Laborzentrum Bremen in Vollzeit angestellt sind.

    Laut Bundesanzeiger machte die LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Bremen zwischen 2015 und 2017 jeweils um die 2 Mio € Gewinn.

    Die Gewerkschaft ver.di hat ausgerechnet: „Selbst bei einer Gehaltserhöhung von 800 € hätte der jeweilige Jahresgewinn in 2015-2017 noch mehr als 1 Mio. € betragen“

    „Wir fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit“ sagt die zuständige Gewerkschaftssekretärin Kerstin Bringmann. „Unsere Devise dabei ist: Wertschätzung statt Wertschöpfung!“