Nachrichten

    ver.di und Friseurhandwerk einig: Tariferhöhung und Mindestlohn …

    Besondere Dienstleistungen

    ver.di und Friseurhandwerk einig: Tariferhöhung und Mindestlohn für Beschäftigte

    Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Landesinnungsverband des niedersächsischen Friseurhandwerks haben sich in einer gemeinsamen Tarifempfehlung auf den stufenweisen Anstieg des Stundenlohns von derzeit 7,51 Euro und einem Monatsverdienst von 1.239 Euro auf 8,50 Euro pro Stunde und einem Monatsverdienst von 1.402 Euro ab 1. Januar 2015 verständigt. Die Ausbildungsvergütungen sollen von derzeit 308 Euro auf monatlich 435 Euro ab 1. August 2015 im ersten Ausbildungsjahr steigen.

    Beide niedersächsische Tarifparteien sind sich außerdem darüber einig, die im April beginnenden Tarifverhandlungen zwischen dem Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di über einen branchenweiten Mindestlohn für das gesamte Friseurhandwerk in Deutschland zu unterstützen. Klar sind sich beide Seiten auch darüber, dass die Friseurpreise für die Kundinnen und Kunden zukünftig teurer werden.

    „Mit Schnäppchenpreisen heizen viele Friseurbetriebe den enormen Konkurrenzdruck in der Branche weiter an. Das geht meist zu Lasten der Beschäftigten, Stundenlöhne von fünf bis sechs Euro sind keine Seltenheit. Minijobs mit 400 Euro nehmen zu“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Ute Gottschaar. „Wir brauchen deshalb endlich einen Mindestlohn von wenigstens 8,50 Euro, damit die Mehrheit der Beschäftigten nicht mehr auf Aufstockerleistungen angewiesen ist.“

    „Das Problem unserer Branche ist die starke Zunahme der Solo-Selbständigen, das heißt, der Ein-Personen-Friseurbetriebe, von denen wir mittlerweile in Deutschland rund 25.000 Salons haben. Mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro sind diese Friseure Kleingewerbetreibende, die von der Umsatzsteuer befreit sind. Das kommt einer Atomisierung der Branche gleich, mit negativen Folgen für den Preiswettbewerb, die Qualitätsstandards und die Fachkräfteentwicklung“, sagte der niedersächsische Landesinnungsmeister Hans-Rudolf Meyer.

    Zum Hintergrund: Die Tarifparteien des Friseurhandwerks haben sich übergangsweise auf eine Tarifempfehlung und nicht auf einen neuen Tarifvertrag verständigt, weil sie sonst den bestehenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für das gesamte Friseurhandwerk  in Niedersachsen kündigen müssten. Es bestehe die Gefahr, dass ein neuer Tarifvertrag diese Allgemeinverbindlichkeit von 2009 nicht mehr erreiche, weil immer weniger Friseurbetriebe dem Innungsverband angehören. Für die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen müssen mehr als  50 Prozent der Beschäftigten unter den Geltungsbereich eines Tarifvertrages fallen.