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    Abschaffung des Schulgeldes

    Kundgebung

    Abschaffung des Schulgeldes

    Auszubildende der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie kämpfen für Abschaffung des Schulgeldes

    Demonstration für Schulgeldfreiheit am Montag, den 28.05. um 16.00 Uhr auf dem Bremer Marktplatz

    Die Auszubildenden der Physio-, Ergotherapie und Logopädie in Bremen müssen für ihre Ausbildung bislang bis zu 460 Euro im Monat bezahlen und finanzieren das oft über Nebenjobs. Das bedeutet für viele Azubis, dass sie nach anspruchsvollen Praxiseinsätzen in Bremer Gesundheitseinrichtungen und schulischem Unterricht noch nach Feierabend und am Wochenende in Nebenjobs arbeiten, um annähernd Schulgeld und Lebensunterhalt finanzieren zu können.

    Lisa Weinhold, angehende Physiotherapeutin erklärt dazu: „wir lernen in der Ausbildung Fähigkeiten, die in der Gesellschaft immer wichtiger und gefragter werden und müssen dafür mit so viel Geld in Vorleistung gehen. Die wenigsten von uns bekommen Schüler-Bafög und die wenigsten haben Eltern, die ihnen die Ausbildung komplett finanzieren können“. Nonni
    Morisse, ver.di Gewerkschaftssekretär für Auszubildende ergänzt: „innerhalb der nächsten zwanzig Jahre steigt laut einer Studie der Uni Bremen allein in Bremen der Bedarf in diesen Gesundheitsberufen um bis zu 11%, da stellt sich doch sogar die Frage, warum es nicht schon längst eine Ausbildungsvergütung wie in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung gibt“.

    Ein erster Durchbruch ist den „Physio-, Ergo- und Logopädieschülern für gerechte Schulgeldfreiheit“, wie sich die Initiative der Auszubildenden nennt, nun gelungen: Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz erklärte in einem Schreiben in dieser Woche, dass der Senat ab dem kommenden Schuljahr aus öffentlichen Mitteln einen Teil des Schulgelds für alle übernehme und mit den Krankenkassen eine Vollfinanzierung der Ausbildungsgänge verhandelt.

    ver.di begrüßt dies und fordert die Senatorin auf, ihr Wort zu halten, die Trägerschaft der Ausbildungsgänge so zu gestalten, dass die Ausbildungskosten durch die Kassen getragen werden und somit zukünftig sogar eine Ausbildungsvergütung gezahlt werden könnte!