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    Position zur Vergütung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter

    Feuerwehr

    Position zur Vergütung von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter

    ver.di-Betriebsgruppen Feuerwehr Bremen und Bremerhaven


    Die ver.di-Betriebsgruppen der Bremerhavener und Bremer Feuerwehren fordern eine bessere Bezahlung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter der Feuerwehr im Land Bremen. Bremer und Bremerhavener Berufsfeuerwehrfrauen und Berufsfeuerwehrmänner werden in ihrer Ausbildung für den feuerwehrtechnischen Dienst ebenfalls mehrjährig für den Rettungsdienst ausgebildet und in diesem multifunktional eingesetzt.

    Seit Jahren haben sich die Anforderungen im Rettungsdienst weiterentwickelt.
    Die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse, die hohe Verantwortung und die psychischen Belastungen, die mit der Aufgabenwahrnehmung des neugeschaffenen Berufsbildes von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern verbunden sind, rechtfertigen eine höhere Bezahlung.

    Viele Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter bekommen durch entsprechende tarifvertragliche Regelungen bundesweit, teilweise auch im Land Bremen, schon heute mehr Geld für diese hochwertige Tätigkeit, in der ärztliche Maßnahmen vorausgesetzt werden. Für verbeamtete Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter ist eine entsprechende Regelung zwingend erforderlich und schon längst überfällig.

    Mit der Ausbildung zur Notfallsanitäterin und zum Notfallsanitäter wurde ein zusätzlicher Beruf in das Berufsbild der Berufsfeuerwehrfrau und des Berufsfeuerwehrmannes integriert. Um sich in Bremen und Bremerhaven zur Berufsfeuerwehrfrau oder zum Berufsfeuerwehrmann ausbilden zu lassen, ist eine mindestens 3-jährige abgeschlossene Berufsausbildung in einem feuerwehrdienlichen Beruf zwingende Voraussetzung. Des Weiteren folgt eine zweijährige Grundausbildung in der Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt, dem ehemals mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Danach folgt eine zweijährige Qualifizierung zur Notfallsanitäterin und zum Notfallsanitäter. Bis zu ihrem Einsatz als Notfallsanitäterin und Notfallsanitäter blicken Feuerwehrleute im Land Bremen in der Regel auf eine mindestens siebenjährige Ausbildungszeit zurück.

    Nach der 3-jährigen Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter außerhalb einer städtischen Feuerwehr, also ohne zusätzliche feuerwehrtechnische Qualifikation, findet eine tarifvertragliche Eingruppierung analog der Bezahlung zwischen den Besoldungsgruppen A 8 und A 9 statt.

    Bremer und Bremerhavener Feuerwehrleute werden nach ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung in der Besoldungsgruppe A 7 eingestuft. Nach dem Grundsatz „Qualifikation rechtfertigt Besoldung“ besteht hier deutlicher Handlungsbedarf hin zu einer besseren Besoldung.

    Feuerwehrleute im Land Bremen werden zu jeder Tages- und Nachtzeit vielseitig - hoch qualifiziert und breit ausgebildet - in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. Beispiele hierfür sind schnell genannt: Gerade noch schnell im Rettungsdienst am Patienten eine Vene punktiert, im nächsten Moment eingeklemmte Personen beim Verkehrsunfall auf der Autobahn mit schwerem Gerät befreit bis zur Abarbeitung komplexer Einsatzlagen im Brandeinsatz.

    Die niedrige Besoldung der Bremer und Bremerhavener Feuerwehrleute wird aufgrund dieser hohen Anforderungen, Qualifikationen und Belastungen zu einem großen Teil durch Zulagen aufgewertet. Die Zulagen werden für die Arbeit und nicht für die Qualifikation gezahlt und reduzieren in Teilen das Einkommen der Feuerwehrleute sofort bei Fortbildungen, Urlaub oder Krankheit.

    Anders als bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden diese Zulagen bei der Altersversorgung der Beamtinnen und Beamten nicht berücksichtigt. Das bedeutet: Feuerwehrleute bekommen ihr niedrigeres Grundgehalt aufgestockt, solange sie nicht krank werden, keinen Urlaub machen, sich nicht fortbilden und nicht in den Ruhestand gehen. Die Realität sieht jedoch anders aus, so dass sich die Besoldung für Feuerwehrleute regelmäßig reduziert.

    Die Gewerkschaft ver.di fordert, diesen Missstand unverzüglich zu beheben. Der hohe Ausbildungsstand Feuerwehrleute im Land Bremen muss durch entsprechende Dienstpostenbewertungen aufgewertet und die Laufbahngruppe 1, im 2. Einstiegsamt bis in die Besoldungsgruppe A11 geöffnet werden.

    Bis zum Erreichen besserer Dienstpostenbewertungen und einer besseren Besoldungsstruktur bei den Feuerwehren in Bremerhaven und Bremen muss für die Tätigkeit von Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern eine angemessene Zulage in Höhe von 250,- Euro im Monat und eine Prämie für das Bestehen der Prüfung zur Notfallsanitäterin und zum Notfallsanitäter rückwirkend ab dem 1. Januar 2017 gezahlt werden.