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    Unbefristeter Kita-Streik in Niedersachsen und Bremen

    Sozial- und Erziehungsdienst

    Unbefristeter Kita-Streik in Niedersachsen und Bremen

    Soziale Berufe aufwerten

    93,44 Prozent der ver.di-Mitglieder in Urabstimmung für unbefristeten Streik

    Im Tarifkonflikt zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe hat die Urabstimmung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eine eindeutige Mehrheit für einen unbefristeten Arbeitskampf ergeben. Insgesamt stimmten 93,44 Prozent der ver.di-Mitglieder für einen unbefristeten Streik. Damit wurde das erforderliche Quorum von 75 Prozent deutlich übertroffen.

    Der unbefristete Streik der Erzieherinnen und Sozialarbeiter in Niedersachsen und Bremen beginnt am kommenden Freitag (8. Mai) in der Landeshauptstadt Hannover, in Osnabrück, Wolfsburg und Peine sowie in Bremen.

    Regional werden am Montag (11. Mai) und im Lauf der nächsten Woche weitere Einrichtungen folgen. Hierüber informieren Sie die ver.di-Bezirke in Niedersachsen und Bremen vor Ort.

    Eltern müssen sich auf Kita-Schließungen einstellen, die dann unbefristet andauern werden. Die Betroffenen sind über den konkreten Streikbeginn heute Morgen bereits informiert worden. Kitas und Horte, die im Laufe der nächsten und übernächsten Woche in den Streik einbezogen werden, werden betroffene Eltern rechtzeitig informieren.

    "Die kommunalen Arbeitgeber leugnen jeden generellen Handlungsbedarf zur Aufwertung dieser gesellschaftlich wichtigen und außerordentlich verantwortungsvollen Tätigkeiten. In fünf Verhandlungsrunden haben sie kein Angebot vorgelegt. Wir appellieren an die betroffenen Eltern, Großeltern, Freunde und Verwandten: Lassen Sie nicht zu, dass die Arbeitgeber versuchen, den Konflikt auf Ihrem Rücken und dem Ihrer Kinder auszusitzen. Wenden Sie sich an Ihren Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landrat, an die Vorsitzenden der Stadt- und Gemeinderats- sowie Kreistagsfraktionen, damit diese ihren Einfluss im Arbeitgeberverband zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe nutzen. Die Arbeitgeber haben es in der Hand, mit einem verhandlungsfähigen Angebot den Streik jederzeit zu beenden", betonte ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske.

    Zum Streik aufgerufen sind unter anderem Erzieherinnen und Erzieher in Kitas, Horten und an offenen Ganztagsschulen, Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen in Jugendzentren, in der Schulsozialarbeit und im allgemeinen Sozialdienst, Erzieher und Heilpädagoginnen in Heimen für Kinder und Jugendliche sowie Beschäftigte in Einrichtungen der Behindertenhilfe.

    In Niedersachsen sind direkt vom Streik 1.574 Kitas in öffentlicher Trägerschaft mit etwa 13.500 Beschäftigten sowie etwa 8.000 Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe betroffen. In Bremen sind direkt 81 Kitas und Spielhäuser mit 1.240 Beschäftigten betroffen.