Nachrichten

    Müll-Tarifstreit geht in die vierte Runde.

    Landkreis Stade

    Müll-Tarifstreit geht in die vierte Runde.

    Der Landkreis hat den Auftrag zur Abfallentsorgung an die Karl Meyer Kommunalentsorgung vergeben. Doch zu welchem Preis? Wurden für die Müllwerker auch angemessene Löhne kalkuliert?

    Müllwerker werden. Wer will das schon. Täglich bei Kälte und Nässe schwere Tonnen leeren. Im Sommer kommen Hitze und Gestank dazu. Biomüll setzt Schimmel an und gefährdet nicht selten die Atemwege, im Winter gefriert er fest und lässt sich nur schwer aus der Tonne schlagen. Autofahrer hupen und reagieren zuweilen aggressiv. Die Stammbelegschaft der Müllwerker im Landkreis kennt das seit vielen Jahren. Um das alles bewältigen zu können arbeiten die Männer zum Teil länger als 43 Stunden, Woche für Woche. Die Belastungen sind keineswegs geringer, die Männer nicht jünger geworden. Gutes Personal ist derzeit kaum zu finden, denn bundesweit fehlt es an guten Berufskraftfahrern.

    In der laufenden Entgelttarifrunde fordern die in ver.di organisierten Müllwerker deshalb strukturelle Einkommensverbesserungen und einen Bonus für ihre geduldige Betriebstreue, auf welcher der Erfolg des Unternehmens letztlich beruht. Die Entgelttabelle soll um etwa 8 % erhöht, die eingesetzten Leiharbeitnehmer sollen künftig wie die Stammmannschaft bezahlt werden.

    „Die Gesprächsatmosphäre war bislang freundlich. In strukturellen Fragen, beispielsweise bezüglich zukünftiger Personalgewinnung und planerischer –Beteiligungen konnten wir einander gut annähern. Doch die wechselseitigen Vorstellungen über eine angemessene Entgelterhöhung liegen noch sehr weit auseinander“, sagt der ver.di Fachsekretär Pit Eckert. „Wir setzen auf einen Durchbruch in der vierten Verhandlungsrunde am morgigen Freitag. Denn die Kollegen wollen an Weihnachten wissen, zu welchen Bedingungen sie künftig den Müll entsorgen. Der Arbeitgeber muss sich jetzt auf uns zubewegen.“

    Kontakt