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    Sozial- und Erziehungsdienst

    Fachkräftemangel im Sozial- und Erziehungsdienst wird zu einem ernsthaften Problem – Soziale Berufe aufwerten!

    Soziale Berufe aufwerten

    Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz, Rotenburg und Stade werden nach der Ablehnung der Schlichtung in den kommenden Wochen wieder verstärkt auf das Anliegen der Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe hinweisen.

    Es mache keinen Sinn Panik zu verbreiten, aber es werde deutlich, dass es zunehmend schwer bis unmöglich werde, ausreichend qualifizierte Fachkräfte für den Sozial- und Erziehungsdienst der Gemeinden und Landkreise zu bekommen. „Nach unseren Informationen nehmen Bewerberzahlen sukzessive ab,“ erklärt Jörn Kroppach, Gewerkschaftssekretär von ver.di Bremen-Nordniedersachsen. „Viele junge Beschäftigte entscheiden sich aufgrund der Berufsperspektiven und Bezahlungsperspektive nach der Ausbildung für ein Studium oder andere Lebenswege.“ Wenn es nicht gelinge, die Attraktivität der Berufe – in Sachen Bezahlung und Belastung – in den Griff zu bekommen, dann sei es eine Frage der Zeit, dass der Fachkräftemangel zu Einschränkungen des Angebotes führe und die Qualität sinke, so Kroppach.

    Nachdem die ver.di-Mitglieder das Ergebnis der Schlichtung abgelehnt haben, droht der Konflikt erneut zu eskalieren. Nach dem Ende der Sommerferien in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg werden bundesweit die Planungen für weitere Streiks wieder aufgenommen. Bis dahin will die Gewerkschaft ver.di auch in den Landkreisen weiter auf ihr Anliegen aufmerksam machen: „Wir möchten die Zeit bis zu weiteren Streiks nutzen, um die Arbeitgeber davon zu überzeugen, noch eine Schippe drauf zu legen,“ so Kroppach. Die Arbeitgeber müssen ihren Beitrag dazu leisten, den Konflikt zu befrieden. Kroppach weiter: „Streik ist kein Selbstzweck. Die Arbeitgeber haben die Möglichkeit, jetzt mit einem akzeptablen Angebot weitere Streiks zu verhindern.“

    „Die bisher vorgeschlagene Entgelterhöhung von 33 Euro brutto für junge Erzieher_innen ist keine Aufwertung – genauso wenig wie die fehlende Anerkennung von Berufserfahrung. Für die meisten Sozialarbeiter sah der Schlichtungsvorschlag gar nichts vor. Lediglich für einige wenige Leitungskräfte wurden höhere Entgeltgruppen und damit eine Aufwertung vorgeschlagen.“ so Kornelia Knieper, stellvertretende Geschäftsführerin des ver.di Bezirks Bremen-Nordniedersachsen.

    Knieper weiter: „Die Verantwortlichen in Stade, Rotenburg, Osterholz-Scharmbeck, Cuxhaven und anderen Landkreisen und Gemeinden müssen einsehen, dass auch sie als Arbeitgeber tätig werden müssen, um einen vernünftigen Kompromiss zu erreichen, der den Konflikt befriedet, aber auch die Attraktivität der Berufe erhöht. Wer sich einfach hinter die ablehnende Haltung der kommunalen Arbeitgeber stellt und die Interessen der Beschäftigten und ihre berechtigten Forderungen ignoriert, trägt Mitverantwortung für die jetzt schon absehbaren Entwicklungen im Sozial- und Erziehungsdienst in unserer Stadt.“