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    Ein erstes Angebot

    Tarifrunde Diakonie Niedersachsen

    Ein erstes Angebot

    Diakonie-Tarifrunde Blitzinfo Nr. 4
    Ein erstes Angebot – leider noch meilenweit von einem Ergebnis entfernt!

    Am vierten Verhandlungstermin hat es endlich ein Angebot der Arbeitgeber gegeben. Leider liegen wir immer noch meilenweit voneinander entfernt:

    AG Angebot: Zum 1. Juli 2019 soll es eine Erhöhung von 1,5% geben und 240€ Einmalzahlung für die ersten sechs Leermonate.

    • Zum 1. Juli 2020 dann 2% und
    • Zum 1. April 2021 noch mal 2,25%

    Für die Ärztinnen und Ärzte gibt es nach wie vor kein Angebot. Dieses ist für den 8.April, immerhin die fünfte Verhandlungsrunde, angekündigt.

    Das Angebot liegt vermeintlich nicht so weit entfernt von den geforderten 6%, allerdings hatten wir 6% für zwölf Monate ab dem 1.1.2019 gefordert. Die Arbeitgeber stellen sich eine Laufzeit bis 31.03.2022 vor, also 39 Monate! Drei Jahre könnten wir dann nicht mehr verhandeln und für 2019 gibt es nur 1,5% statt 6%! Bliebe es dabei, wären die Diakonie-Beschäftigten von der Tarifentwicklung in vergleichbaren Bereichen abgekoppelt.

    Außerdem hatten wir eine soziale Komponente gefordert, also eine Mindestentgelterhöhung von 200 Euro. Das käme vor allem den unteren Entgelterhöhungen zugute. Die Arbeitgeber lehnen das kategorisch ab und bezeichnen die Auswirkungen als „schädlich“. Wir halten eine überproportionale Anhebung der unteren Entgeltgruppen hingegen für sozial gerecht und überfällig, u.a. um das Risiko für Altersarmut von Diakonie-Beschäftigten zu verringern.

    Die abgesenkte Tabelle der Altenhilfe soll erst zum 1. Juli 2022 auf dem Niveau der allgemeinen Ta-belle ankommen. Auch dieser Zeitraum ist viel zu lang!

    Bei anderen Themen gibt es gar keine Angebote: Klarstellung des Zugangs für Pflegehelfer*innen in die EG 4, Aufwertung der Arbeit mit Jugendlichen in der Tagesbetreuung, Zuschlag für Überstunden von Teilzeitkräften, Mitgliedervorteilsregelung – überall Fehlanzeige!

    Es gibt auch Themen, bei denen es eine Annäherung der Positionen gegeben hat: die Erhöhung der Azubi Entgelte, eine tarifliche Vergütung der dual Studierenden oder eine mögliche Zulage für Praxis-anleitungen in der Pflege. Das ist erfreulich und soll auch nicht verschwiegen werden.

    Aber in Anbetracht dessen, dass für die allermeisten Beschäftigten noch kein echter Gewinn erkennbar ist, fällt die Bewertung mager aus.

    Am 8. April wird weiterverhandelt. Bis dahin müssen wir den Arbeitgebern klarmachen, dass wir uns nicht abhängen lassen. Die Beschäftigten in der Diakonie verdienen ebenfalls eine anständige Entgel-terhöhung und lassen sich nicht mit Krümeln abspeisen. Zeigt in euren Betrieben (vielleicht direkt am 1. April) dass euch nicht mehr nach Scherzen zumute ist, sondern es jetzt ernst wird!

    In der Woche vom 1. bis zum 5. April sollte in jeder Einrichtung eine Aktion stattfinden: Entscheidet selbst welche Forderungen und Themen dabei im Mittelpunkt. Die Aktionsvorberei-tung könnt ihr mit euren Tarifkommissionsmitgliedern, engagierten Aktiven im Betrieb oder den Hauptamtlichen von ver.di und dem Marburger Bund besprechen – Ideen gibt es genug!

    Im Namen der Verhandlungsgruppe
    Annette Klausing