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    Zuerst tarifvertragsfrei, betriebsratsfrei – schließlich leserfrei?

    Medien, Kunst und Industrie

    Zuerst tarifvertragsfrei, betriebsratsfrei – schließlich leserfrei?

    Selbstmordstrategie beim Weser-Kurier

    Anlässlich der gerade bekannt gewordenen Pläne der Bremer Tageszeitungs-AG, bis zu 110 Arbeitsplätze abzubauen, sprach Lutz Kokemüller vom Fachbereich Medien der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) von einer „Selbstmordstrategie“ der gegenwärtigen Geschäftsleitung der Bretag. Damit kritisierte Kokemüller nicht nur die aktuellen Pläne, die Bereiche Kundenservice und Bildgestaltung aufzulösen und künftig in weiteren Regionen auf eine eigene Berichterstattung zu verzichten. Der ver.di-Sprecher bezog sich auch darauf, dass der Verlag schon in den vergangenen Jahren für große Bereiche die Tarifbindung aufgegeben hat und schon lange die gesetzlich geforderte vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat vermissen lasse. „Wenn die Bretag weiterhin versucht, noch mehr mit Billigarbeitskräften zu arbeiten, kann dabei nur eine Billigzeitung herauskommen. Dafür wird der Verlag aber nicht ausreichend Abonnenten und Käufer für die Zeitung finden. Diese Selbstmordstrategie muss der Verlag schnellstmöglich aufgeben!“

    Kokemüller bot dem Verlag an, dass ver.di zusammen mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat bereit sei, an produktiven Lösungen mitzuarbeiten, sollte es wirklich wirtschaftliche Probleme in dem Ausmaß geben, wie die Geschäftsleitung behauptete.