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    "Goldene Bettpfanne" für die Versäumnisse in der Altenpflege …

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    "Goldene Bettpfanne" für die Versäumnisse in der Altenpflege

    Wenn sich am 21. Juni in Bremen die Gesundheitsminister*innen und der Bundesgesundheitsminister zu ihrer jährlichen Tagung treffen, werden die Kolleg*nnen der Krankenhäuser und der Altenpflege ihren Unmut über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Gesundheitsversorgung lautstark äußern.

    Die Gewerkschaft ver.di wird mit Kolleg*innen aus dem Bereich der Pflege die bundesweit gesammelten Appelle für mehr Krankenhauspersonal dem Bundesgesundheitsminister übergeben und ihm dabei die „goldene Bettpfanne“ für die Versäumnisse in der Altenpflege übereichen.

    In den deutschen Krankenhäusern fehlt Personal, nach ver.di-Berechnungen insgesamt 162.000 Beschäftigte, davon rund 70.000 in der Pflege.

    Jörn Bracker, ver.di-Sekretär: „Wir brauchen gesetzliche Vorgaben zur Personalausstattung. Als Sofortprogramm fordern wir keine Schicht allein und ausreichend Zeit für Ausbildung. Dafür müssen umgehend 20.000 Stellen geschaffen werden.“

    Die Personalnot trifft auch die Patient*nnen, eine gute Versorgung ist kaum noch möglich. Vielerorts funktioniert der Klinikbetrieb nur noch, weil die Kolleg*innen auf ihre Pausen verzichten und häufig einspringen, obwohl sie frei hätten. Auch die Qualität der Ausbildung leidet, weil Praxisanleiter*innen und Auszubildende zu sehr damit beschäftigt sind, personelle Engpässe abzudecken.

    Nach Berechnungen von Prof. Dr. Michael Simon von der Hochschule Hannover, muss ein/e deutsche Pfleger*n doppelt so viele Patient*nnen versorgen wie ihre niederländische Kolleg*n.

    In der Altenpflege sieht es nicht viel besser aus. Auch hier fehlen bundeseinheitliche Personalbemessungsverfahren.

    Hier fordert ver.di in stationären Einrichtungen ein Personalschlüssel von 1:2. Dies bedeutet, dass bei einem Haus mit 50 Bewohner*nnen 25 Pflegekräfte beschäftigt werden, die sich auf die Schichten verteilen. Auch die Fachkräftequote von 50% muss erhalten bleiben. Zudem sollen nachts mindestens zwei Pflegekräfte im Wohnbereich anwesend sein.

    Jörn Bracker, ver.di-Gewerkschaftssekretär: „Wenn wir in der Altenpflege und in den Krankenhäusern nicht schnell für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen sorgen, steuern wir sehenden Auges auf eine Katastrophe zu. Fehlendes Personal in den Kliniken kostet Menschenleben. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird weiter ansteigen, darum muss die Politik jetzt dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege und den Krankenhäusern attraktiver werden.“