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    Kita-Appell durchläuft Kitas im Landkreis Diepholz

    Kita-Appell

    Kita-Appell durchläuft Kitas im Landkreis Diepholz

    Kita-Appell durchläuft Kitas im Landkreis Diepholz ver.di Kita-Appell durchläuft Kitas im Landkreis Diepholz  – Zu den Erstunterzeichnerinnen gehört Dianny Gonzalez Rodriguez

    ver.di fordert Qualitätsverbesserungen in Kindertagesstätten

    Auch im Landkreis Diepholz geht der Kita-Appell von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di rum, und zwar in einer Holzkiste von Einrichtung zur Einrichtung. Es kann ihn jede und jeder unterzeichnen, auch diejenigen, die nicht in einer Kindertagesstätte arbeiten. „Denn in den Kitas werden die Grundsteine der Bildungslaufbahn der Kinder für die Zukunft gelegt“, so die Erzieherin Jutta Gefken-Stricker.

    In der Gemeinde Stuhr ist die erste Kiste im Landkreis auf den Weg gebracht worden. Zu den ersten Unterzeichnerinnen gehört auch ihrer Kollegin Dianny Gonzalez Rodriguez (Foto): „Mein Arbeitgeber hatte einen guten Schritt nach vorne gemacht, zum Beispiel bessere Verfügungszeiten und Einstieg für kleinere Gruppengröße festgeschrieben. Doch dies gehört als Mindeststandards gesetzlich verankert.“ Auch die ver.di-Betriebsgruppe Kita Weyhe wünscht sich erste Schritte zu besseren Arbeitsbedingungen wie in Stuhr. Die Betriebsgruppe hat ebenfalls eine Unterschriftenkiste in den Umlauf gebracht und ist über die bisherige Resonanz positiv überrascht. Von dort aus wandert sie wie auch die Stuhrer Kiste weiter durch den Landkreis Diepholz. Aktuell machen die beiden Kisten ihren Umlauf in Syke und Bassum.

    Volker Selent von der ver.di erläutert die Hintergründe zu dem Appell wie folgt: „Nach wie vor kommt es vor, dass auch bei längerem Ausfall nicht genügend gesetzlich vorgesehene Fachkräfte in der Gruppe vorhanden sind. Dies geht auf Kosten der Beschäftigten, aber auch zu Lasten der Kinder. Mit dem vorhandenen Personal reicht es nicht aus, den stets wachsenden pädagogischen Herausforderungen gerecht zu werden. Die jetzigen Rahmenbedingungen stammen aus einer Zeit, wo die Kinder für vier Stunden am Tag in einer Einrichtung mit 25 Gleichaltrigen waren. Die Betreuungszeiten haben sich jedoch verlängert, und die Größe der Gruppen wird sowohl für die Erzieher*innen als auch für die Kinder zu einer Belastung.“

    Kita-Appell durchläuft Kitas im Landkreis Diepholz ver.di Kita-Appell durchläuft Kitas im Landkreis Diepholz

    Obwohl sich der Aufgabenumfang vergrößert und die Betreuungszeiten verlängert haben, gibt es nach wie vor pro Gruppe gesetzlich nur 7,5 Stunden Verfügungszeit pro Woche, die sich das Team aufteilen muss. Sie sind nicht nur für die Vor- und Nachbereitung der Gruppenarbeit vorgesehen, sondern auch für die Arbeit mit Er-ziehungsberechtigten, Schulen und anderen Einrichtungen, für die Mitwirkung bei der Ausbildung sowie für die Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätte untereinander. Selent: „Gleichzeitig springen die pädagogischen Fachkräfte immer wieder ein, wenn zum Beispiel die Küchenkraft ausfällt“.

    Ein wichtiger Punkt für ver.di ist ferner eine Vergütung der Ausbildung, um die Attraktivität zu steigern. Dabei ist es wichtig, dass die Qualität des Abschlusses bleibt, denn sonst erfolgt die Vergütung einer Erzieherin auf niedrigerem Niveau. Hieraus ergeben sich folgende Forderungen des Kita-Appells:

    • Nie allein in der Gruppe.
    • Besserer Personalschlüssel und kleinere Gruppen.
    • Mehr Zeit für die unmittelbare pädagogische Arbeit, Vorbereitungszeit, Ausbildungsbegleitung und Leitungstätigkeit. Weniger Zusatztätigkeiten, die mit der pädagogischen Arbeit nichts zu tun haben!
    • Eine Vergütung während der Ausbildung von der man leben kann; keine Absenkung der Ausbildungsqualität!

    Der Appell soll später der Landesregierung übergeben werden. Wer sich dem Kita-Rat des Landkreises Diepholz anschließen will oder auch nur den Appell mit unterstützen will, kann sich bei volker.selent@verdi.de melden. „Die Politik hat nach Quantität auch die Verantwortung für die Qualität zu übernehmen“, so der KitaRat in seiner jüngsten Sitzung. Bereits mit den Landesarbeitsgemeinschaften der freien Wohlfahrtspflege und Elterninitiativen sowie dem Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen fordert ver.di die Refinanzierung für die dritte feste Kraft durch das Land entsprechend der Verfügbarkeit der Fachkräfte.