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    ver.di Forderungen: Soziale Sicherung für Selbstständige

    Freie MitarbeiterInnen und Selbstständige

    ver.di Forderungen: Soziale Sicherung für Selbstständige

    ver.di-Bundeskommission Selbstständige

    Langfristiges Ziel sind einheitliche gesetzliche Sicherungssysteme für alle (Bürgerversicherung bzw. Erwerbstätigenversicherung) unabhängig vom Erwerbsstatus. Die Auftraggeber beteiligen sich, wie
    Arbeitgeber, an der Finanzierung.

    Wer Selbstständige beauftragt, wird im Rahmen einer gesetzlichen Auftraggeberbeteiligung sozialversicherungsabgabepflichtig.

    Diese Abgaben sind vom Auftraggeber direkt abzuführen und umfassen Beiträge zur Kranken-, Pflegesowie
    zur gesetzlichen Rentenversicherung.

    Zur Krankenversicherung fordern wir

    • dass die gesetzliche Krankenversicherung allen Selbstständigen offen steht,
    • dass Selbstständige Krankenversicherungsbeiträge zahlen wie Arbeitnehmer. Das heißt: Bemessungsgrundlage ist das reale Erwerbseinkommen.
    • dass die Krankenversicherungsbeiträge jährlich entsprechend dem vorzulegenden Einkommensteuernachweis rückwirkend erhöht oder zurückerstattet werden und dass bei akuten Einkommensverlusten die kurzfristige Reduzierung nach Anzeige möglich ist,
    • dass sowohl für gesetzlich wie privat Versicherte eingehende Beiträge zuerst den laufenden Versicherungsschutz decken, auch bei säumigen Beiträgen aus der Vergangenheit,
    • dass die Verzinsung nachzuzahlender Beiträge von derzeit fünf Prozent im Monat (mehr als 60 Prozent pro Jahr) auf monatlich höchstens ein Prozent gesenkt wird und dass langjährig zurückliegende Beitragsrückstände angemessen ermäßigt, gestundet oder ganz erlassen werden,
    • dass die Krankenversicherung alle Selbstständigen für Krankengeldleistungen ab dem 43. Tag versichert – entsprechend der gesetzlichen Regelung (0,6 Prozentpunkte Aufschlag). Damit wird die bestehende Regelung zur Pflicht für alle Selbstständigen.

    Zur Rentenversicherung fordern wir

    • dass alle Selbstständigen, die nicht über berufsständische Versorgungswerke abgesichert sind, gesetzlich rentenversichert sind. Die Beiträge bemessen sich am Erwerbseinkommen und werden wie bei der Krankenversicherung regelmäßig angepasst.
    • Langfristig fordern wir eine gesetzliche Altersvorsorge für alle Erwerbstätigen, die auch Kammern und Versorgungswerke integriert und Altersarmut verhindert.

    Zur Arbeitslosenversicherung fordern wir

    • dass die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige bleibt – als Pflichtversicherung auf Antrag. Die Beiträge und Leistungen bemessen sich wie bei Arbeitnehmern am realen Einkommen (3,0 Prozent). Der Ausschluss nach zweimaliger Inanspruchnahme wird abgeschafft.
    • dass die Versicherung offen ist für alle, auch langjährig Selbstständige und Einsteiger ohne Vorversicherung.

    Zum Elterngeld fordern wir

    • dass für die Berechnung des Elterngeldes auf Antrag auch der Zeitraum der zwölf Monate vor dem Geburtsmonat des Kindes als Grundlage gilt,
    • dass bei Selbstständigen Einnahmen aus der Erwerbstätigkeit vor dem Elterngeldbezug nicht als Einkommen auf das Elterngeld angerechnet werden, falls die Zahlungen erst während des Elterngeldbezuges eingehen.