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    Sanierung braucht ein Zukunftskonzept!

    Wir bei GALERIA Karstadt Kaufhof

    Sanierung braucht ein Zukunftskonzept!

    ver.di-Infos für die Beschäftigten bei GALERIA Karstadt Kaufhof (September 2019)

    Unsere Kurzbilanz nach dem zweitem Tarifgespräch mit der Warenhaus-Geschäftsleitung

    Es geht weiter, bisher aber ohne große Annäherung: Das ist die Kurzbilanz der zweiten Tarifgesprächsrunde mit der Warenhaus-Geschäftsleitung, bei denen die Möglichkeit eines Sanierungstarifvertrages für die gesamte Unternehmensgruppe diskutiert wird.

    Am 20. September 2019 trafen die aus den bundesweiten ver.di-Tarifkommissionen entsandten Kolleginnen und Kollegen von Galeria Kaufhof, Karstadt Warenhaus, Karstadt Sports und Karstadt Feinkost erneut in Köln mit der Arbeitgeberseite zusammen. 

    Die Warenhaus-Geschäftsleitung erläuterte ihre Vorstellungen zur Sanierung des Unternehmens und konzentrierte sich in ihren Ausführungen zunächst auf die zu erwartenden Kostensenkungen durch die Warenhaus-Fusion. Ihr geht es vorrangig um die so genannten Synergieeffekte durch den Wegfall doppelter Unternehmensstrukturen zum Beispiel bei Beschaffung, IT oder E-Commerce – vor allem aber auch um den eingeleiteten Personalabbau in der Zentrale und den Filialen. 

    Kein Eingriff in die jetzigen Gehälter!

    Dann erläuterte die Arbeitgeberseite ihre Erwartungen zu den Sanierungsbeiträgen der Beschäftigten. Die Warenhaus-Geschäftsleitung beharrt weiterhin auf monatliche Entgeltkürzungen bei Galeria Kaufhof. 

    Die ver.di-Tarifkommissionen betonten, dass die geforderten Sanierungsbeiträge zu hoch sind und auch die geforderte Laufzeit ist viel zu lang (2021 plus vier Jahre).

    Außerdem leisten die Beschäftigten bereits jetzt einen erheblichen Sanierungsbeitrag, weil dieselbe Arbeit durch viel weniger Personal auf der Fläche erledigt werden muss.

    Wo bleiben die Ideen für erfolgreiche Geschäfte?!

    Sehr unbefriedigend beantwortet blieb die entscheidende Frage, wie das Management das Warenhausgeschäft wiederbeleben will. Ein rein betriebswirtschaftlicher Ansatz, bei dem die Kompetenz und das Fachwissen der Beschäftigten nicht einfließen, greift jedenfalls viel zu kurz.

    Das Warenhaus braucht gerade in Zeiten von Online-Konkurrenz, Digitalisierung und rückläufiger Kundenzahlen in den Filialen viele neue Ideen, die in ein tragfähiges und für die Kunden attraktives Zukunftskonzept einfließen. Nur dann ist eine erfolgreiche und nachhaltige Sanierung möglich! 

    Wie geht es weiter?

    Beide Parteien haben sich darauf verständigt, dass zwei von ver.di eingesetzte Wirtschaftssachverständige die Zahlen und Fakten der jeweiligen Unternehmen in der Signa-Gruppe überprüfen und den Beteiligten vorstellen werden. Dadurch soll festgestellt werden, ob die einzelnen Unternehmen jeweils ein Sanierungsfall sind und gleichzeitig, ob die Unternehmen wirtschaftlich sanierungsfähig sind.

    Der nächste Gesprächstermin findet am 9. Oktober 2019 in Essen statt. Am folgenden Tag werden die bis dahin vorliegenden Ergebnisse von den jeweiligen Bundestarifkommissionen bewertet. Sie entscheiden dann, ob die bisherigen Tarifgespräche als Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag fortgeführt werden. 

    Wann, wenn nicht jetzt? Machen wir uns gemeinsam stark!

    Helft mit und gebt uns Rückendeckung: als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis. Denn wir sind umso stärker, je mehr wir sind. Und umso besser können wir für euch verhandeln.

    Deswegen: mitmachen, mitbestimmen, Mitglied werden – in eurem eigenen Interesse!