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    Abgekoppelt, abgesenkt, abgehängt

    Nienburger Ganzjahresbad

    Abgekoppelt, abgesenkt, abgehängt

    Tarifgespräche beim WESAVI gescheitert
    Tarifgespräche beim WESAVI gescheitert ver.di Abgekoppelt, abgesenkt, abgehängt  – Tarifgespräche beim WESAVI


    „Abgekoppelt, abgesenkt, abgehängt“, so steht es auf den Schildern der ver.di-Tarifkommissionsmitglieder beim WESAVI aus den Bereichen Badeaufsicht, Sauna, Kasse und Gastronomie.


    Keine fröhliche Weihnachten erwartet die Beschäftigten beim Nienburger Ganzjahresbad.

    Erneut sind sie in Kurzarbeit, und wenn es nach den Ratsmitgliedern im Aufsichtsrat geht, sollen sie für Corona zusätzlich zahlen. Denn während für die Kolleginnen und Kollegen bei der Stadt die tariflichen Erhöhungen gelten, verweigert der Aufsichtsrat den ausgehandelten Kompromiss im öffentlichen Dienst für ihre 100%ige Tochter. „Sie bekommen schon ein niedrigeres Entgelt, da die ersten Berufsjahre beim WESAVI nicht berücksichtigt werden und die Laufzeiten in den Stufen der Entgeltgruppen länger sind. Auf das geringere Entgelt kriegen sie ein geringeres Kurzarbeitergeld als wie es im öffentlichen Dienst vereinbart wurde. Jetzt sollen sie auch noch weiter in den sauren Apfel beißen, indem die Tarifeinigung bei den Kommunen nicht angewendet wird“, so Volker Selent von der ver.di. Als Tochter von der Stadt abgekoppelt wurden die Neubeschäftigten entgegen den Zusagen gegenüber dem damaligen Personalrat mit deutlich abgesenkten Niveau eingestellt. Erst durch den Haustarifvertrag wurde die Differenz zwar nicht aufgehoben, aber verringert.

    ver.di will perspektivisch den Abstand weiter schmälern. „Dies können wir auch für eine Zeit nach Corona festlegen“, so Selent.  Stattdessen sollen nunmehr die Beschäftigten - statt sich anzunähern -  erneut wieder abgehängt werden. Die meisten beim WESAVI sind in den niedrigeren Entgeltgruppen beschäftigt. Wenn etwas teurer wird, spüren sie es am meisten. „Mit dem Angebot von 0,5% werden sie die Preissteigerung im nächsten Jahr nicht ausgleichen können. Diese Politik ist weder sozial, christlich noch nachhaltig“, kommentiert Selent die Haltung der im Aufsichtsrat vertretenen Parteien. Mit der Tarifkommission ist er sich einig, dass dies für die Zeit nach Corona weitere Streiktage bedeutet. Selent empfiehlt Vereine, Schulen und weitere Nutzer sich auch nach Corona auf eine Schließung des Bades einzustellen. „Ruhe wird es erst geben, wenn der Geschäftsführer auch ein Verhandlungsmandat erhält und eine Einigung erzielt wird,“ so ver.di.