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    Tarifrunde 2019 Radio Bremen/Bremedia

    Größter bundesweiter Streik bei der ARD

    Der scheidende ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske und die über 1.000 Delegierten des ver.di Bundeskongresses haben ihre Solidarität mit den Streikenden bei der ARD erklärt.

    Bislang einmalig in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ist es letzte Woche Mittwoch bundesweit zu Streiks und Aktionen in zahlreichen ARD-Sendern sowie beim ZDF und Deutschlandradio gekommen. Ca. 3000 streikende Beschäftigte beim BR, WDR, SWR, MDR und NDR haben für unzählige Ausfälle und Beeinträchtigungen im Hörfunk- und Fernsehprogramm gesorgt.

    Grund für den historischen bundesweiten Ausstand sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen. Die ARD-Sender sind mit ihren Angeboten bisher deutlich unter den Abschlüssen im Öffentlichen Dienst (ÖD) geblieben, der in den vergangenen Jahren als Maßstab auch für die Tarifsteigerungen im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk galt. Die Beschäftigten befürchten nun eine Abkoppelung von der Lohnentwicklung im ÖD. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen Beschäftigten darf, wenn er seiner besonderen Aufgabe in unserer Demokratie gerecht werden soll, auch materiell nicht weiter geschwächt werden“ forderte der letzte Woche noch stellvertretende und jetziger ver.di-Vorsitzende Frank Werneke und kritisierte, dass sich allzu viele Verantwortliche in den Anstalten sowie in Landesregierungen und Landesparlamenten dem populistischen Druck von verschiedenen Seiten beugten, statt klar und deutlich für die Sender und die sichere Finanzierung von Programm und Beschäftigten zu kämpfen.

    Hier eine kurze Zusammenfassung der Streiks:

    • BR – Über 1000 beteiligte Kolleg*innen. Auf Bayern 2, B5 aktuell und BR Klassik lief seit dem frühen Morgen das Unterhaltungsprogramm Bayern 3, Bayern 1 konnte seit 11:00 Uhr keine eigenen Nachrichten mehr senden. Am Abend musste dann auch die geplante Championsleague-Übertragung auf B5 aktuell ausfallen.
    • MDR – Ca. 350 beteiligte Kolleg*innen. Unterhaltung gab es vom Orchester, Verpflegung vom Würstchengrill.
    • NDR – Ca. 550 beteiligte Kolleg*innen. Auch sie wurden durch das Orchester unterstützt.
    • SWR – Über 500 beteiligte Kolleg*innen. Es sind SWR-Fernsehnachrichten ausgefallen und wurden stattdessen vom Saarländischen Rundfunk gesendet.
    • WDR – Ca. 530 mittlerweile streikerfahrenen Kolleg*innen waren seit vier Uhr in der Früh im Einsatz und bestreiken 24 Stunden lang alle Betriebsteile sowie den Beitragsservice. Morgenmagazin und "Live nach 9" sendeten aus der Konserve. Zudem gab es erhebliche Probleme in den Studios.

    Weitere Aktionen:

    • RB – aktive Mittagspause mit ca. 100 Kolleg*innen
    • DLR – Bio-Kaffee mit ca. 200 Kolleg*innen.
    • DW – ver.di Kolleg*innen übermitteln allen Streikenden solidarische Grüße.
    • HR – Ca. 500 Kolleg*innen beteiligen sich mit einem Urnengang an einer Umfrage.
    • RBB – Ca. 100 Kolleg*innen beteiligen sich an einem Aktionstag mit Flashmob.
    • SR – Infoveranstaltung und Eiswagen mit Ca. 100 Kolleg*innen.
    • ZDF – Flugblattaktion und Mainzelmännchen verteilen rote Karte an die Geschäftsleitung.

    Vielen Dank an alle Kolleg*innen, die sich an der aktiven Mittagspause bei Radio Bremen/Bremedia beteiligt haben. Denn wir wissen: Ein möglicher Abschluss in den streikenden Sendern ist auch eine Richtschnur für uns!