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    Kein Angebot, keine Annäherung

    Tarifrunde Einzelhandel 2019

    Kein Angebot, keine Annäherung

    Die erste Verhandlungsrunde für den Einzelhandel in Niedersachsen und Bremen endete ohne Angebot der Arbeitgeber – und ohne Annäherung. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist entsetzt. Verhandlungsführerin Sabine Gatz: „Viele Beschäftigte im Einzelhandel sind von Armut im Arbeit und im Alter bedroht. Um dem entgegen zu wirken, ist eine deutliche Anhebung der Entgelte im Einzelhandel erforderlich.“

    Die Arbeitgeberseite wurde aufgefordert, zu der bis zum Jahr 2000 geübten Praxis zurückzukehren und die Tarifverträge wieder für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. „Die Verweigerung der Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit ist ein Irrweg, der dringend korrigiert werden muss. Nur so können weitere Tarifflucht der Unternehmen und um sich greifende Dumpinglöhne im Einzelhandel verhindert werden", so Sabine Gatz.

    Die Tarifparteien verständigten sich darauf, die Verhandlungen am 14. oder 17. Juni in Hannover fortzusetzen.

    Die ver.di-Forderungen im Überblick:

    • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 1 Euro pro Stunde
    • Anhebung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 100 Euro
    • Tarifliches Mindesteinkommen von 2.100 Euro
    • Vereinbarung einer Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder
    • Laufzeit: 12 Monate
    • Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge

    Hintergrund:

    Im Einzelhandel in Niedersachsen sind etwa 330.000 und in Bremen 46.000 Menschen beschäftigt. Die bestehenden Tarifverträge wurden zum 30. April gekündigt. Die Forderung nach einem Euro pro Stunde entspricht im Ecklohn ca. 6,3 Prozent.