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    Jetzt ist aber gut! - Brennen. Nicht ausbrennen!

    Besondere Dienstleistungen

    Jetzt ist aber gut! - Brennen. Nicht ausbrennen!

    die besonderen (03/2017): Ma­ga­zin des Fachbereich Besondere Dienstleistungen
    die besonderen (03/2017) ver.di die besonderen (03/2017)  – Jetzt ist aber gut!

     
    Menschen, die besonders motiviert sind, gehören oft zu den ersten, die ausbrennen. Immer da, immer mehr, immer schneller und dann auch noch ständig neue Vorgaben – das macht Beschäftigte krank. Es gibt junge Talente, die leistungsorientiert, hochmotiviert aber noch nicht gut darin sind, eigene Grenzen zu setzen – oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen lieber nichts sagen, die in fünf Jahren das Pulver einer gesamten Karriere verschießen. Warum ist das so? Einzelfälle sind das nicht. Stressbedingte Erkrankungen lassen sich nicht einfach mit „Anti-Stress-Trainings“ bewältigen, weil sie nicht das Problem des Einzelnen sind. Oft sind auch die Führungskräfte mitverantwortlich.

    In der Studie „Zwischen Hochleistung und Erschöpfung“ von Heike Bruch wird deutlich, dass in überdurchschnittlich erfolgreichen Unternehmen die Burn-Out-Quote relativ niedrig ist. Dagegen steigt diese in Firmen mit sinkenden Umsätzen und weniger Gewinnen rapide an. Schlechtes Management gepaart mit mäßigen Führungskräften, die immer fester aufs Gaspedal drücken, den Arbeitnehmer*innen immer weniger Handlungsspielräume lassen, unklare Vorgaben machen oder die Ziele dauernd ändern, führen in eine „Beschleunigungsfalle“. Mit der Folge, dass das Betriebsergebnis dann kollektiver Burn-Out sei. Wir brauchen also gute Manager, gute Führungskräfte, die nicht die Antreiber sind, sondern selbst gesund leben und auch selbst Ruhepausen ernst nehmen. Manche Top-Firmen haben diese Kultur geschaffen. Viele noch nicht. Bis dahin, muss jede*r auf sich selbst aufpassen. Sonst macht es keiner.

    Denn auch Experten sind nicht unbesiegbar, wenn sie nicht auf sich aufpassen. Vor ca. 500 Jahren starb der Londoner Politiker Francis Bacon, der den denkwürdigen Satz „Wissen ist Macht“ prägte, bei dem Versuch tote Hühner durch Ausstopfen mit Schnee haltbar zu machen. Und zwar an einer Lungenentzündung. Zweckorientiertes Handeln. Allerdings sollte man sich – falls notwendig – warm anziehen. Das heißt, Verantwortung zu übernehmen, erst für sich und dann auch für die anderen.