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    Arbeitsbedingungen Bremer Erzieherinnen sind besonders schwierig

    Soziale Arbeit

    Arbeitsbedingungen Bremer Erzieherinnen sind besonders schwierig

    Der Protest von Eltern und Beschäftigten gegen die jetzt angekündigten Gruppenvergrößerungen ist nicht nur aus pädagogischen Gründen berechtigt. Mit der hohen Anzahl an 4. Quartalskindern, der extrem hohen Kinderarmut, dem hohen Integrationsanforderungen und besonders stark ausgeprägten Sprachdefiziten in sehr vielen Quartieren sind 20 Kinder schon zu viel. Dazu kommt, dass die bremischen Vorschriften für die Gruppenbetreuung schlechter sind, als in Niedersachsen. Dort sind zwei pädagogische Fachkräfte pro Gruppe stets vorzuhalten, in Bremen nur eine. Wie die Auswirkung bei bis zu zehn Wickelkindern in den Ü3-Gruppen ist, kann sich jeder vorstellen.

    Aber auch die Begründung „die Aufstockung als letztes Mittel“ anzuwenden, damit die dringend notwendigen Kitaplätze geschaffen werden können, ist inhaltlich falsch. Es fehlen jetzt dem Träger KiTa Bremen, der die Hauptlast des Ausbaus in den Containern stemmt, jetzt schon ca. 60 pädagogische Fachkräfte im Gruppendienst. Tendenz steigend.

    „Wir brauchen dringend die finanzielle Anerkennung der besonders schwierigen fachlichen Anforderungen an den Kita-Bereich einer Großstadt wie Bremen. Städte wie Frankfurt, Hannover und Hamburg bezahlen ihren Erzieher*innen die höhere Eingruppierung S8b schon seit Jahren. Ansonsten wandert uns erfahrenes Personal in die umliegenden Kommunen ab und wir werden nicht ausreichend neue Kolleg*innen bekommen, um den notwendigen weiteren Ausbau umzusetzen“, führt dazu der Gewerkschaftssekretär Ingo Tebje aus.

    „Darüber hinaus brauchen wir die Perspektive für deutliche Verbesserung des Fachkräfte-Kind-Schlüssels, insbesondere in den abgehängten Quartieren. Die Bildungschancen der dortigen Kinder sind sonst nicht zu steigern und die Beschäftigten werden dort aufgrund der nicht zu schaffenden Aufgaben zerschlissen“, ergänzt der stellvertretende Personalratsvorsitzende Toren Christians.