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    ver.di fordert Abschluss gegen Altersarmut

    Tarifrunde Einzelhandel 2019

    ver.di fordert Abschluss gegen Altersarmut

    „Für Respekt und Wertschätzung auch beim Entgelt“

    Nach massiven Warnstreiks in mehr als 60 Betrieben im niedersächsischen und bremischen Einzelhandel gehen die Tarifverhandlungen am Donnerstag in die dritte und entscheidende Runde. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erwartet von den Arbeitgebern ein abschlussfähiges Angebot, das Respekt und Wertschätzung auch beim Entgelt zeigt und deutliche Fortschritte im Kampf gegen Altersarmut macht.

    Die Arbeitgeber hatten bisher nur ein Angebot vorgelegt, das eine Reallohnsenkung für die Beschäftigten bedeutet und die Gefahr der Altersarmut weiter vergrößert. Sie boten ab dem 1. Mai 1,7 Prozent mehr Entgelt und in 2020 weitere 1,2 Prozent mehr. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 24 Monate betragen. Die Forderung nach einer Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel lehnten die Arbeitgeber kategorisch ab.

    Im Kampf gegen prekäre Beschäftigung und den dramatischen Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel will ver.di mit der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel Beschäftigte schützen und verbindliche Regeln für alle Konzerne und Unternehmen erreichen.

    „Mutige Beschäftigte haben für Wertschätzung und Respekt auch beim Gehalt gestreikt. Sie erwarten, dass es nun endlich zu einem Tarifabschluss kommt, welcher echte Reallohnerhöhung beinhaltet und uns einen wesentlichen Schritt im Kampf gegen Altersarmut weiterbringt“, so Sabine Gatz, ver.di-Verhandlungsführerin in Niedersachsen und Bremen.
    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert einen Euro mehr pro Stunde bei Lohn und Gehalt, ein Mindestgehalt von 2.100 Euro und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro im Monat.

    Die Tarifverhandlungen beginnen am 18.Juli ab ca. 11 Uhr und finden im Hotel Fora, Großer Kolonnenweg 19, 30163 Hannover statt.
    Im Einzelhandel in Niedersachsen sind etwa 330.000 und in Bremen 46.000 Menschen beschäftigt. Die bestehenden Tarifverträge wurden zum 30. April gekündigt. Die Forderung nach einem Euro pro Stunde entspricht im Ecklohn ca. 6,3 Prozent.