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    Kita-Rat schlägt Alarm!

    Landkreis Diepholz

    Kita-Rat schlägt Alarm!

    ver.di-KiTa-Rat im Landkreis Diepholz schlägt Alarm für Kindertagesstätten

    Mehr Zeit für die Kinder und mehr pädagogischer Fachkräfte fordert die Gewerkschaft ver.di für die Kindertagesstätten im Landkreis Diepholz. Der örtliche ver.di-Kita-Rat bestätigte die Ergebnisse der landesweiten Umfrage mit ihren eigenen Erfahrungen. Die Gewerkschaft sieht nach einer eigenen Befragung von Beschäftigten in mehr als 200 Kitas in Niedersachsen, darunter auch zahlreiche Ein-richtungen aus dem Landkreis Diepholz, die Einhaltung der gesetzlichen und pädagogischen Anforderungen als stark gefährdet an. Gewerkschaftssekretär Volker Selent: „In der Mehrzahl aller Tage fehlte mindestens eine Fachkraft in der Kita. An einem Drittel aller Tage mussten geplante pädagogische Angebote oder individuelle Förderung der Kinder ausfallen. Das reicht nicht aus, um die Ansprüche an früh-kindlicher Förderung zu entsprechen.“

    Weitere Ergebnisse der ver.di-Befragung: In mehr als 20% der Tage konnten die pädagogischen Fachkräfte ihre Vorbereitungszeit nicht oder nicht vollständig nehmen und mussten in fast einem Viertel aller Tage des Beobachtungszeitraumes ungeplante fachfremde Tätigkeiten durchführen. Dass häufig die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen und geplante Freizeit nicht genommen werden konnten und mindestens an einem Viertel aller Tage Kita-Leitungen im Gruppendienst einsprang-gen und von den pädagogischen Kräften Überstunden geleistet werden musste, verdeutlicht laut ver.di die Belastung der Fachkräfte in den Kitas.

    Franka Thiele-de Buhr aus Syke, die im Kita-Rat Diepholz aktiv ist, spricht nicht nur für ihren Bereich der Krippe, in dem oftmals nur zwei Erzieherinnen bis zu 15 Kin-der im Alter von 1-3 Jahren betreuen, sondern hat auch ihre Kolleginnen in den Regelgruppen im Blick: „Ausreichend Zeit und Personal fehlen an allen Ecken und Enden – auch für kleinere Gruppen. 25 Kinder ganztägig zu betreuen geht zu Lasten der Qualität der pädagogischen Arbeit und auf Kosten der Kinder und der pädagogischen Fachkräfte.“ Sie wird von vielen Kolleginnen bestätigt, die kleinere Gruppen fordern, allein schon wegen des Lärmpegels. Dass die Kindertagesstätten trotzdem laufen und nur selten Gruppen geschlossen werden, ist nach Einschätzung der Gewerkschaft dem hohen Engagement der pädagogischen Fachkräfte und Kita-Leitungen zu verdanken, ohne das viele Kindertagesstätten ihr Angebot nicht aufrechterhalten könnten. Da dies aber keine einmalige Situation ist und auf Kosten der Gesundheit geht, muss auch die Konsequenz gezogen werden, dass Betreuungsangebot in Zeiten des fehlenden Personals zu reduzieren, so Volker Selent.

    ver.di-KiTa-Rat im Landkreis Diepholz schlägt Alarm für Kindertagesstätten ver.di ver.di-Kita-Rat im Landkreis Diepholz schlägt Alarm für Kindertagesstätten  – Bereits seit dem Sommer letzten Jahres treffen sich Beschäftigte aus den Kindertagesstätten beim KiTa-Rat im Landkreis Diepholz und vergleichen ihre Rahmenbedingungen. Zahlreiche Einrichtungen beteiligten sich im Herbst auch an den Tagebüchern, um festzustellen, wie oft Personal fehlt und Angebote deswegen eingeschränkt werden müssen. Das jetzt landesweite Ergebnis ist erschreckend. Eigentlich müssten viel öfters Einrichtungen geschlossen oder mit Notdiensten betrieben werden, weil die notwendigen Fachkräfte fehlen, stellt die Gewerkschaft ver.di fest.

    ver.di sieht die Kommunen und Träger in der Pflicht: „Wir verlangen, dass die Arbeitgeber ihre pädagogischen Fachkräfte schützen und der Fachkräftemangel nicht weiter auf ihren Rücken ausgetragen wird. Die Einhaltung des gesetzlichen Personalschlüssels und die Pausenzeiten müssen gewährleistet sein. Wir erwarten, dass die Kommunen und Träger ihrer Verantwortung nachkommen und für Entlastung sorgen. Wir brauchen mehr Zeit und Personal. Für die Kita-Beschäftigten und die Kinder.“

    Hanne Roitsch-Schröder aus Bassum spricht aus Erfahrung: "Die Gruppengröße mit 25 Kindern besteht schon seit 40 Jahren. Aber damals waren in den Gruppen fast ausschließlich 5-6Jährige.Heute sind immer mehr Dreijährige in den Gruppen, die auch oft noch gewickelt werden müssen.“ Sie ergänzt: “Oft schon haben wir darauf hingewiesen, dass die Auszubildenden zur Erzieherin endlich eine Vergütung bekommen müssen, dass die Erzieherinnen mehr Vorbereitungszeiten brauchen und der Personalschlüssel in den Kitas verbessert werden muss. Allein schon, wenn die Erzieherinnen von zusätzlichen nicht-pädagogischen Tätigkeiten entlastet würden, hätten wir mehr Zeit für pädagogische Arbeit gewonnen.“ Die ver.di-Umfrage hat ergeben, dass das pädagogische Fachpersonal unter anderem bei Ausfall der Küchenkräfte aushelfen und dann in der Gruppenbetreuung fehlen.

    ver.di schlägt zur Gewinnung von Personal vor, dass die Gemeinden alle Spielraume des Tarifvertrages nutzen, um besser zu bezahlen und Kräfte zu gewinnen.“ Eine Bezahlung während der Erzieher*innen-Ausbildung kann eine Kommune eigenständig auf die Beine stellen. Ebenso eine bessere Eingruppierung, einen besseren Personalschlüssel und die Entlastung von Zusatztätigkeiten," so Selent.

    Um ihren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, haben sich auch zahlreiche Kita-Beschäftigte in der von ver.di ins Leben gerufenen Bewegung „Aufsteh´n für die Kita!“ angeschlossen, mit der in vielen Orten Niedersachsens Druck auf die Träger gemacht werden soll, um die Rahmenbedingungen in den Kitas zu verbessern.

    Nadine Gräser aus Stuhr, die die Delegierte im Landes-Kita-Rat  ist, kündigt an: „Wir werden in den kommenden Monaten mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen auf unsere Forderungen aufmerksam machen. Wenn die Träger der Kitas nicht selbst handeln, müssen wir eben nachhelfen.“ Die Gemeinde Stuhr könnte sich dabei zu einem positiven Beispiel bewegen, da sie eine deutliche Personalanpassung plant. Um Aktionen zu planen, lädt ver.di interessierte Kolleginnen und Kollegen zum nächsten KiTa-Rat des Landkreises Diepholz am Donnerstag, den 14.März um 17 Uhr ins Besprechungszimmer in der 1.Etage im Bahnhofsgebäude in Syke, ein.