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    Kita-Appell gestartet

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    Kita-Appell gestartet ver.di Kita-Appell gestartet  – Mehr Personal, kleinere Gruppen, Vergütung der Ausbildung

    Mehr Personal, kleinere Gruppen, Vergütung der Ausbildung

    Auch im Landkreis Nienburg geht der Kita-Appell von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di rum, und zwar in einer Holzkiste von Einrichtung zur Einrichtung. Es kann ihn jede und jeder unterzeichnen, auch diejenigen, die nicht in einer Kindertagesstätte arbeiten. „Denn in den Kitas werden die Grundsteine der Bildungslaufbahn der Kinder für die Zukunft gelegt“, so die Erzieherin Anke Imgarten (im Bild rechts). Sie gehört neben Heike Jürgens (Bild Mitte) und Christiane Möhlenbrock zu den Initiatorinnen aus dem Landkreis Nienburg. Jürgens: „In der Samtgemeinde Uchte ist die Kiste gut angekommen und mit zahlreichen Unterschriften Richtung Steyerberg übergeben worden“. Von dort aus wandert sie dann nach Liebenau und weiter Richtung Samtgemeinde Mittelweser bzw. zum Jahresende nach Rehburg-Loccum. Eine zweite Kiste durchläuft gerade die Stadt Nienburg und steht dann ab November den weiteren Kommunen im Landkreis zur Verfügung.

    Volker Selent von der ver.di erläutert die Hintergründe zu dem Appell wie folgt: „Nach wie vor kommt es vor, dass auch bei längerem Ausfall nicht genügend gesetzlich vorgesehene Fachkräfte in der Gruppe vorhanden sind. Dies geht auf Kosten der Beschäftigten, aber auch zu Lasten der Kinder. Mit dem vorhandenen Personal reicht es nicht aus, den stets wachsenden pädagogischen Herausforderungen gerecht zu werden. Die jetzigen Rahmenbedingungen stammen aus einer Zeit, wo die Kinder für vier Stunden am Tag in einer Einrichtung mit 25 Gleichaltrigen waren. Die Betreuungszeiten haben sich jedoch verlängert, und die Größe der Gruppen wird sowohl für die Erzieher*innen als auch für die Kinder zu einer Belastung.“

    Obwohl sich der Aufgabenumfang vergrößert und die Betreuungszeiten verlängert haben, gibt es nach wie vor pro Gruppe gesetzlich nur 7,5 Stunden Verfügungszeit pro Woche, die sich das Team aufteilen muss. Sie sind nicht nur für die Vor- und Nachbereitung der Gruppenarbeit vorgesehen, sondern auch für die Arbeit mit Erziehungsberechtigten, Schulen und anderen Einrichtungen, für die Mitwirkung bei der Ausbildung sowie für die Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätte untereinander. Selent: „Gleichzeitig springen die pädagogischen Fachkräfte immer wieder ein, wenn zum Beispiel die Küchenkraft ausfällt“. Ein wichtiger Punkt für ver.di ist ferner eine Vergütung der Ausbildung, um die Attraktivität zu steigern. Dabei ist es wichtig, dass die Qualität des Abschlusses bleibt, denn sonst erfolgt die Vergütung einer Erzieherin auf niedrigerem Niveau. Hieraus ergeben sich folgende Forderungen des Kita-Appells:

    • Nie allein in der Gruppe.
    • Besserer Personalschlüssel und kleinere Gruppen.
    • Mehr Zeit für die unmittelbare pädagogische Arbeit, Vorbereitungszeit, Ausbildungsbegleitung und Leitungstätigkeit. Weniger Zusatztätigkeiten, die mit der pädagogischen Arbeit nichts zu tun haben!
    • Eine Vergütung während der Ausbildung von der man leben kann; keine Absenkung der Ausbildungsqualität!

    Wer sich der Initiative anschließen will, kann sich bei volker.selen@verdi.de melden. Der Appell soll später der Landesregierung übergeben werden.